Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Strafrechtliche Abteilung, Beschwerde in Strafsachen 6B.209/2019
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Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

               

6B_209/2019

Urteil vom 13. November 2019

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Denys, Präsident,

Bundesrichter Oberholzer,

Bundesrichter Rüedi,

Gerichtsschreiberin Andres.

Verfahrensbeteiligte

A.B.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Bosshard,

Beschwerdeführer,

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG); rechtliches Gehör,
Anklagegrundsatz, Willkür,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 2. Strafkammer,
vom 8. Januar 2019

(SK 17 510).

Sachverhalt:

A. 

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Emmental-Oberaargau, wirft
A.B.________ zusammengefasst vor, er habe beim Ausfüllen des Gesuchs um
Neufestsetzung der Ergänzungsleistungen vom 26. April 2011 unwahre Angaben
gemacht, indem er das Vermögen seiner Ehefrau wider besseres Wissen
unvollständig deklariert und dadurch unrechtmässige Ergänzungsleistungen in der
Höhe von Fr. 33'138.-- erwirkt habe.

B. 

Das Obergericht des Kantons Bern sprach A.B.________ am 8. Januar 2019 in
Bestätigung des Urteils des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 20. Juli
2017 der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
(ELG; SR 831.30) schuldig. Es verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von
65 Tagessätzen zu je Fr. 50.-- sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 750.-- und
auferlegte ihm die Verfahrenskosten.

C. 

A.B.________ beantragt mit Beschwerde in Strafsachen, das obergerichtliche
Urteil sei aufzuheben, er sei vollumfänglich freizusprechen und für das erst-
sowie oberinstanzliche Verfahren angemessen zu entschädigen. Ferner ersucht er
darum, der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen.

D. 

Während sich die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern nicht vernehmen
lässt, stellt und begründet das Obergericht den Antrag, die Beschwerde
kostenfällig abzuweisen. A.B.________ verzichtet auf eine Replik.

Erwägungen:

1. 

Der Beschwerdeführer erhebt zunächst einige formelle "Beanstandungen" am
vorinstanzlichen Urteil.

Soweit er geltend macht, die Plädoyernotizen seines Verteidigers vom 20. Juli
2017 seien ohne sachliche Begründung nicht zu den Akten genommen worden, ist
festzuhalten, dass die Vorinstanz diesen "Beweisantrag" bereits mit Beschluss
vom 31. Januar 2018 mit der Begründung ablehnte, es handle sich bei
Plädoyernotizen nicht um ein Beweismittel. Die Vorinstanz durfte demnach die
von der Verteidigung am 6. April 2018 "zur gutscheinenden Verwendung"
eingereichte Kopie der Plädoyernotizen ohne weitere Begründung retournieren
(Urteil S. 3), ohne den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör zu
verletzen. Im Übrigen hat das Bundesgericht in diesem Zusammenhang bereits
festgestellt, dass sich aus der Schweizerischen Strafprozessordnung keine
Pflicht des Gerichts ergibt, die Plädoyernotizen des Rechtsvertreters zu den
Akten zu nehmen (Urteil 6B_422/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 3.5.2 mit
Hinweisen).

Unter dem Titel "Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör" bringt der
Beschwerdeführer vor, er sei bereits im Verwaltungsverfahren und beim Abschluss
der Voruntersuchung übergangen worden. Von den Vorinstanzen seien sämtliche
Unzulänglichkeiten und Versäumnisse der Behörden, die von der Verteidigung
geltend gemacht worden seien, um den Sachverhalt in subjektiver Hinsicht zu
ergänzen, ausgeblendet worden. Ferner habe die Staatsanwaltschaft den
Beschwerdeführer nach der Zeugeneinvernahme zu dieser Beweisabnahme nicht
angehört. Auf die das Verwaltungsverfahren betreffenden Rügen ist nicht
einzugehen, da dieses offensichtlich nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens ist. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im
Zusammenhang mit den Aussagen der Mitarbeiterin der AHV-Zweigstelle ist mit der
Vorinstanz nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer und sein Verteidiger hatten
gemäss den vorinstanzlichen Feststellungen mehrfach Gelegenheit, der Zeugin
Ergänzungsfragen zu stellen und sich zu deren Aussagen zu äussern (Urteil S.
6). Sollte der Beschwerdeführer ferner seinen Anspruch auf ein faires Verfahren
als verletzt rügen, ist der Einwand unbegründet. Es kann diesbezüglich auf die
vorinstanzliche Erwägung verwiesen werden (Urteil S. 6 f.).

2.

2.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des Anklagegrundsatzes, dies
sowohl in seiner Umgrenzungs- als auch Informationsfunktion, und damit
zusammenhängend eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Ihm sei
aufgrund der Sachverhaltsumschreibung in der Anklageschrift nicht abschliessend
klar gewesen, was ihm vorgeworfen werde. Die Anklageschrift sei sowohl in
zeitlicher als auch örtlicher Hinsicht sowie bezüglich der ihm konkret
vorgeworfenen Handlungen ungenügend. Auch würden weder die Mitwirkung der
Mitarbeiterin der AHV-Zweigstelle noch eine geschädigte Person darin
umschrieben. Ferner verletze die Vorinstanz den Anklagegrundsatz, indem sie
einen Sachverhalt als erstellt erachte, der in der Anklageschrift nicht
umschrieben sei.

2.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des
Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und 325 StPO; Art. 29 Abs. 2
und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat
die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so
präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver
Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den
Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den
Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 143 IV 63 E. 2.2 S.
65; 141 IV 132 E. 3.4.1 S. 142 f.; 133 IV 235 E. 6.2 f. S. 244 ff.; je mit
Hinweisen). Die Anklageschrift bezeichnet u.a. möglichst kurz, aber genau, die
der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum,
Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO).

Das Gericht ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber an
die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE
143 IV 63 E. 2.2 S. 65). Die Feststellung des Sachverhalts ist Aufgabe des
Gerichts. Ergibt das gerichtliche Beweisverfahren, dass sich das Tatgeschehen
in einzelnen Punkten anders abgespielt hat als im Anklagesachverhalt
dargestellt, so hindert der Anklagegrundsatz das Gericht nicht, die
beschuldigte Person aufgrund des abgeänderten Sachverhaltes zu verurteilen,
sofern die Änderungen für die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts nicht
ausschlaggebende Punkte betreffen und die beschuldigte Person Gelegenheit
hatte, dazu Stellung zu nehmen (Urteile 6B_1313/2015 vom 29. November 2016 E.
1.3; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 1.3.1; je mit Hinweisen).

Gemäss Art. 31 Abs. 1 lit. a ELG wird mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen
bestraft, wer durch unwahre oder unvollständige Angaben oder in anderer Weise
von einem Kanton oder einer gemeinnützigen Institution für sich oder eine
andere Person eine Leistung auf Grund dieses Gesetzes erwirkt, die ihm oder der
anderen Person nicht zukommt.

2.3. Der zur Anklage gewordene Strafbefehl vom 5. September 2016 enthält
folgende Sachverhaltsumschreibung:

"A.B.________ bezog seit 01. Februar 2009 Ergänzungsleistungen. Anlässlich der
ordentlichen Revision gab er am 26. April 2011 beim Ausfüllen des Gesuches um
die Neufestsetzung der Ergänzungsleistungen an, dass seine Ehefrau über ein
Vermögen von CHF 63'183.00 verfüge. Nachdem die AHV-Zweigstelle C.________ am
13. April 2015 zwecks erneuter Revision Unterlagen zum Vermögen von der Ehefrau
von A.B.________ verlangte, erhielt die Ausgleichskasse des Kantons Bern
erstmals Kenntnis darüber, dass das Ehepaar B.________ in der Steuererklärung
2010 per 31.12.2010 ein Vermögen von CHF 500'490.00 und in den
Steuererklärungen 2011-2013 von über CHF 400'000.00 ausgewiesen hatte.
A.B.________ machte folglich beim Ausfüllen des Gesuches um Neufestsetzung der
Ergänzungsleistungen vom 26. April 2011 unwahre Angaben, indem er das Vermögen
seiner Ehefrau wider besseres Wissen unvollständig deklarierte. Damit erwirkte
er unrechtmässig Ergänzungsleistungen in der Höhe von CHF 33'138.00."

2.4. Hinsichtlich der Rüge der Verletzung des Anklagegrundsatzes erwägt die
Vorinstanz, im vorliegenden Fall sei das Übertragen der Angaben aus den Belegen
des Beschwerdeführers in das von diesem eingereichten
Ergänzungsleistungs-Formular durch die Mitarbeiterin der AHV-Zweigstelle nicht
in der Anklageschrift festgehalten. Wie noch aufgezeigt werde, sei diese
Handlung indessen nicht relevant für den strafrechtlichen Vorwurf, zumal sie
nach der angeklagten Täuschungshandlung geschehen sei. Auch sei für den
strafrechtlichen Vorwurf unerheblich, ob der Beschwerdeführer die unwahre
Deklaration vor Ort oder postalisch von zu Hause aus vorgenommen habe. Für den
Beschwerdeführer sei ersichtlich gewesen, dass er die ihm nicht zustehenden
(öffentlich-rechtlichen) Ergänzungsleistungen von der Ausgleichskasse
beziehungsweise vom Kanton erhältlich gemacht haben solle. Im Übrigen würden
kleinere Ungenauigkeiten den Anklagegrundsatz nicht verletzen. Aus der
Anklageschrift ergebe sich deutlich, was dem Beschwerdeführer vorgeworfen
werde, nämlich die unvollständige Deklaration des Vermögens seiner Ehefrau.
Dies sei auch für den Beschwerdeführer klar ersichtlich gewesen, zumal er sich
bereits im öffentlich-rechtlichen Verfahren betreffend die Rückforderung der zu
viel bezahlten Ergänzungsleistungen mit genau diesem Vorwurf konfrontiert
gesehen habe. Ihm sei eine Verteidigung deshalb uneingeschränkt möglich
gewesen. Der Anklagegrundsatz sei nicht verletzt (Urteil S. 5).

Im Rahmen der Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung zeigt die Vorinstanz
zunächst auf, welche Sachverhaltselemente als unbestritten erstellt sind und
welche umstrittenen Punkte noch festgestellt werden müssen. Nach der
Beweiswürdigung erachtet sie als erstellt, dass der Beschwerdeführer das
Vermögen seiner Ehefrau am 26. April 2011 unvollständig deklarierte, indem er
durch Einreichen zweier Kontobelege vorspiegelte, dieses betrage lediglich Fr.
63'183.--, obwohl er wusste, dass seine Ehefrau eine Entschädigungszahlung in
Höhe von Fr. 600'000.-- erhalten hatte und ihr Vermögen deshalb ein Vielfaches
höher als der ausgewiesene Betrag war. Der Beschwerdeführer habe dabei gewusst,
dass das Vermögen seiner Ehefrau relevant sei für die Berechnung der ihm
auszurichtenden Ergänzungsleistungen. Er habe schliesslich Ergänzungsleistungen
in Höhe von Fr. 31'032.-- ausbezahlt erhalten, auf die er keinen Anspruch
gehabt habe (Urteil S. 7 ff.).

2.5. Aus dem in der Anklage umschriebenen Sachverhalt ergibt sich zweifelsfrei,
was dem Beschwerdeführer vorgeworfen wird: Er habe am 26. April 2011 in
C.________ beim Ausfüllen des Gesuches um Neufestsetzung der
Ergänzungsleistungen das Vermögen seiner Ehefrau wieder besseres Wissen
unvollständig deklariert, indem er angegeben habe, dieses betrage Fr.
63'183.--. Damit ist in zeitlicher, örtlicher und tatsächlicher Hinsicht
ausreichend umschrieben, was dem Beschwerdeführer vorgeworfen wird. Dass die
geschädigte Person nicht ausdrücklich genannt wird, trifft zu. Jedoch ergibt
sich aus dem angeklagten Sachverhalt, dass der Kanton geschädigt worden sein
soll. Insgesamt war dem Beschwerdeführer aufgrund der Sachverhaltsumschreibung
hinreichend klar, was ihm vorgeworfen wird, weshalb es ihm auch möglich war,
sich angemessen zu verteidigen. In diesem Zusammenhang verkennt der
Beschwerdeführer mit seinen umfangreichen Ausführungen, dass es für die
Beurteilung, ob der Informationsfunktion des Anklagegrundsatzes Genüge getan
ist, irrelevant ist, ob der angeklagte Sachverhalt beziehungsweise dessen
einzelne Elemente letztlich auch bewiesen respektive erstellt werden können.
Dies ist eine Frage der Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung.

Mit ihrer Feststellung, der Beschwerdeführer habe durch Einreichen zweier
Kontobelege vorgespiegelt, das Vermögen seiner Ehefrau betrage lediglich Fr.
63'183.--, geht die Vorinstanz nicht über den in der Anklage umschriebenen
Sachverhalt hinaus. Dem Beschwerdeführer wird in der Anklageschrift
vorgeworfen, unwahre Angaben hinsichtlich des Vermögens seiner Ehefrau gemacht
zu haben. Dieser Vorwurf umfasst sowohl unwahre Angaben durch Einreichung
unvollständiger Kontobelege als auch unwahre Angaben direkt auf dem Gesuch um
Neufestsetzung der Ergänzungsleistungen. Die Vorinstanz verletzt weder Art. 350
Abs. 1 StPO noch den Anklagegrundsatz.

3.

3.1. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz stelle den Sachverhalt
willkürlich beziehungsweise offensichtlich unrichtig fest.

3.2. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung kann nur gerügt werden, wenn
sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von
Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den Ausgang des
Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. auch Art. 105 Abs.
1 und 2 BGG). Offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn sie willkürlich ist (BGE 143 IV 241 E. 2.3.1 S.
244, 500 E. 1.1 S. 503; je mit Hinweis). Willkür liegt nach ständiger
Rechtsprechung nur vor, wenn die vorinstanzliche Beweiswürdigung
schlechterdings unhaltbar ist, d.h. wenn die Behörde in ihrem Entscheid von
Tatsachen ausgeht, die mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch
stehen oder auf einem offenkundigen Fehler beruhen. Dass eine andere Lösung
ebenfalls möglich erscheint, genügt nicht (BGE 143 IV 241 E. 2.3.1 S. 244, 500
E. 1.1 S. 503; je mit Hinweisen). Die Rüge der Willkür muss in der Beschwerde
explizit vorgebracht und substantiiert begründet werden (Art. 106 Abs. 2 BGG).
Auf eine rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das
Bundesgericht nicht ein (BGE 143 IV 500 E. 1.1 S. 503; 142 III 364 E. 2.4 S.
368 mit Hinweis).

3.3. Der Beschwerdeführer legt sehr ausführlich seine Sicht der Dinge dar.
Dabei geht er auch auf die vorinstanzlichen Erwägungen ein und führt im
Einzelnen aus, weshalb diese seines Erachtens aktenwidrig, nicht
nachvollziehbar oder unhaltbar sind. Soweit er dabei wiederholt geltend macht,
die vorinstanzlichen Feststellungen seien in der Anklageschrift nicht
umschrieben oder mit dem Anklageprinzip nicht vereinbar, ist darauf im Rahmen
der Willkürprüfung nicht mehr einzugehen (vgl. E. 2). Gleiches gilt
hinsichtlich Einwänden, mit denen der Beschwerdeführer die vorinstanzlichen
Erwägungen bemängelt, ohne seine Kritik zu begründen.

3.4. Die Vorinstanz gelangt in objektiver Hinsicht zum Schluss, dass am 3. Mai
2011 bei der zuständigen Behörde ein vom Beschwerdeführer unterschriebenes
Gesuch um Neufestsetzung der Ergänzungsleistungen eintraf. Wie im Formular an
entsprechender Stelle gefordert, habe der Beschwerdeführer zum Vermögen seiner
Ehefrau in einem Begleitschreiben mit dem Titel "Unterlagen EL" zwei Auszüge zu
Bankkonten seiner Ehefrau eingereicht, deren gerundete Summe einen Betrag von
Fr. 63'183.-- ergeben habe. Obwohl er das Feld für Ehegatten unter Ziff. 2.1
leer gelassen habe, habe der Beschwerdeführer implizit angegeben, das Vermögen
seiner Ehefrau betrage Fr. 63'183.-- (Urteil S. 12 f.). Daraus ergibt sich,
dass die Tathandlung des Beschwerdeführers nach Ansicht der Vorinstanz mit dem
Einreichen der Unterlagen abgeschlossen war. Mangels Relevanz ist daher auf die
Ausführungen des Beschwerdeführers zu Handlungen nach dem Einreichen der
Unterlagen, wie beispielsweise dem Eintrag der Zeugin, nicht einzugehen.

Es ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz den 26. April 2011 als
Tatzeitpunkt bezeichnet. Sie bringt in der Vernehmlassung zutreffend vor, es
lasse sich nicht erstellen, wann der Beschwerdeführer die Unterlagen der
zuständigen Behörde zukommen liess. Das genaue Datum müsse zwischen dem
Unterschreiben des Formulars (26. April 2011) und dem Eingang der Unterlagen
bei der Behörde (3. Mai 2011) liegen (Vernehmlassung vom 7. Oktober 2019 S. 2).
Da der Beschwerdeführer am 26. April 2011 unterschriftlich bestätigte, dass
seine Angaben "vollständig" und "wahr" sind, darf die Vorinstanz auf diesen
Zeitpunkt abstellen.

Unbegründet ist der Einwand, es sei aktenwidrig, wenn die Vorinstanz erwäge,
der Beschwerdeführer habe "wie im Formular an entsprechender Stelle gefordert"
zwei Kontoauszüge zum Vermögen seiner Ehefrau eingereicht. Mit dem vom
Beschwerdeführer angerufenen Schreiben vom 3. März 2011, das an die Ehefrau des
Beschwerdeführers gerichtet war, wurde diese aufgefordert, "im Zusammenhang mit
der Neufestsetzung/Revision der Ergänzungsleistungen" Unterlagen einzureichen
und das beiliegende Gesuch auszufüllen (kantonale Akten, act. 26). Obwohl das
Schreiben an seine Ehefrau gerichtet war, hat in der Folge der Beschwerdeführer
die Unterlagen eingereicht und das Gesuch ausgefüllt (Urteil S. 10; kantonale
Akten, act. 261 f.). Aus dem Schreiben geht klar hervor, dass die Unterlagen
wie auch das Gesuch im Zusammenhang mit der Neufestsetzung der
Ergänzungsleistungen eingereicht werden müssen. Wie sich aus den Aussagen der
zuständigen Mitarbeiterin der AHV-Zweigstelle ergibt, ist die Angabe im
Schreiben vom 3. März 2011, welche Unterlagen mit dem Gesuch einzureichen sind,
letztlich eine Dienstleistung zu Handen der Kunden (vgl. kantonale Akten, act.
262). Da er selbst auf das Schreiben an seine Ehefrau reagierte, musste dem
Beschwerdeführer auch klar gewesen sein, dass es um "seine
Ergänzungsleistungen" ging (vgl. hierzu Urteil S. 10).

3.5. In subjektiver Hinsicht erachtet die Vorinstanz als erstellt, der
Beschwerdeführer habe zum Tatzeitpunkt nicht nur vom Vermögen seiner Ehefrau
gewusst, sondern auch von dessen Relevanz für die Berechnung der
Ergänzungsleistungen (Urteil S. 14 ff.). Trotz Kritik an den vorinstanzlichen
Erwägungen bestreitet der Beschwerdeführer im Ergebnis nicht, vom Vermögen
seiner Ehefrau gewusst zu haben. Hingegen macht er geltend, er sei stets davon
ausgegangen, dass er dieses nicht deklarieren müsse. Mit seinen Ausführungen
vermag er jedoch keine Willkür in den vorinstanzlichen Feststellungen
aufzuzeigen. Die Vorinstanz begründet ihren Schluss ausführlich und
nachvollziehbar.

Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers zielt die Erwägung, aus dem Formular
vom 26. April 2011 sei deutlich ersichtlich, dass das Vermögen der Ehegattin
angegeben werden müsse, keinesfalls ins Leere. Die Vorinstanz zeigt damit auf,
dass der Beschwerdeführer eben gerade nicht davon ausgehen durfte, er müsse das
Vermögen nicht deklarieren. Überzeugend ist ferner die vorinstanzliche
Erwägung, der Beschwerdeführer habe im Formular auch teilweise Angaben zu
seiner Ehefrau gemacht (betreffend Ausgaben, Einnahmen, andere ausgewiesene
Schulden). Im Übrigen habe er in seinem Schreiben vom 1. Mai 2011 unter dem
Titel "Unterlagen EL" der Ausgleichskasse zwei Bankbelege zu Sparguthaben
seiner Ehefrau zukommen lassen und dazu angegeben, dass der Saldo per 31.
Dezember 2010 nicht mehr stimme, da seine Ehefrau bereits Fr. 10'000.-- als
Anzahlung für ihre teure Zahnarztrechnung geleistet habe. Damit habe er unter
ausdrücklicher Bezugnahme auf das EL-Formular nicht nur Angaben zum Vermögen
seiner Ehefrau gemacht, sondern auch entsprechende Belege eingereicht. Daraus
ergebe sich, dass der Beschwerdeführer von der Relevanz des Vermögens seiner
Ehefrau gewusst habe (Urteil S. 16). Zu dieser vorinstanzlichen Erwägung
äussert sich der Beschwerdeführer nicht. Der vorinstanzliche Schluss ist unter
Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden.

Der Beschwerdeführer zeigt auch keine Willkür in der vorinstanzlichen Erwägung
auf, aus dem Umstand, dass er eine Kopie eines Darlehensvertrags eingereicht
habe, sei zu schliessen, er habe gestützt auf das Schreiben der Ausgleichskasse
vom 3. März 2011 und Ziff. 2.1 des EL-Gesuchs verstanden, dass er nicht nur
Angaben zu Sparguthaben, sondern auch zu Wertschriften, Guthaben, Darlehen und
Barschaft von sich und seiner Ehefrau machen muss (Urteil S. 17). Sein in
diesem Zusammenhang vor der Vorinstanz erhobener Einwand, das Vermögen seiner
Ehefrau sei grössenteils in Wertschriften angelegt gewesen, weshalb er die
entsprechenden Belege nicht eingereicht habe, widerspricht schliesslich seinen
Angaben im Schreiben vom 13. Juli 2011, das er der Ausgleichskasse im Verfahren
wegen Rückforderung von EL-Beiträgen eingereicht hatte. Dort machte er geltend,
das Geld auf dem Sparkonto gehöre seiner Frau und stamme aus einer
Unfallentschädigung (Akten Ausgleichskasse, act. 194). Dass die Ausgleichskasse
mit Schreiben vom 9. August 2011 die Rückforderung als uneinbringlich abschrieb
(Akten Ausgleichskasse, act. 195), belegt entgegen dem Vorbringen des
Beschwerdeführers nicht, dass er davon ausgehen durfte, das Vermögen seiner
Ehefrau nicht deklarieren zu müssen. Aus der Chronologie der Ereignisse ergibt
sich, dass die Ausgleichskasse zum Zeitpunkt der Abschreibung noch keine
Kenntnis davon hatte, dass der Beschwerdeführer den grössten Teil des Vermögens
seiner Ehefrau nicht deklariert hat. Die Abschreibung erfolgte folglich
gestützt auf die unvollständigen Angaben zu den finanziellen Verhältnissen.

3.6. Insgesamt vermag der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, dass die
vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung willkürlich ist.
Unbegründet ist auch die Rüge der willkürlichen Anwendung von Art. 31 Abs. 1
lit. a ELG, zumal der Beschwerdeführer diese einzig mit der geltend gemachten
Verletzung des Anklageprinzips und der seines Erachtens offensichtlich
unrichtigen Sachverhaltsfeststellung begründet.

4.

4.1. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Strafzumessung und macht
geltend, die Vorinstanz hätte berücksichtigen müssen, dass das Verfahren zum
Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils kurz vor der Verjährung gestanden sei.

4.2. Gestützt auf die ihrer Ansicht nach mittelschweren objektiven
Tatkomponenten und die neutralen subjektiven Tatkomponenten sowie der ebenfalls
neutralen Täterkomponenten erachtet die Vorinstanz eine bedingte Geldstrafe von
65 Tagessätzen zu Fr. 50.-- sowie eine Verbindungsbusse von Fr. 750.-- als
angemessen.

4.3. Gemäss Art. 48 lit. e StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das
Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich
vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Nach der
Rechtsprechung ist dieser Strafmilderungsgrund in jedem Fall zu beachten, wenn
zwei Drittel der Verjährungsfrist verstrichen sind (BGE 140 IV 145 E. 3.1 S.
148 mit Hinweis; Urteile 6B_1327/2018 vom 9. September 2019 E. 5.4.2; 6B_36/
2019 vom 2. Juli 2019 E. 3.5.1; 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.3). Für
die Berechnung ist der Zeitpunkt des Sachurteils und damit vorliegend das
Urteilsdatum des angefochtenen Entscheids massgebend (vgl. BGE 140 IV 145 E.
3.1 S. 148). In welchem Mass die Strafe bei Vorliegen dieses
Strafmilderungsgrunds zu reduzieren ist, hängt davon ab, wie viel Zeit zum
massgebenden Zeitpunkt der Ausfällung des angefochtenen Urteils seit der Tat
verstrichen ist (Urteile 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.3; 6B_1065/2010
vom 31. März 2011 E. 1.9).

4.4. Die Rüge ist begründet. Zum Zeitpunkt des angefochtenen Urteils vom 8.
Januar 2019 waren seit der Tat vom 26. April 2011 sieben Jahre und achteinhalb
Monate verstrichen. Damit war die gesamte Verjährungsfrist von sieben Jahren
abgelaufen (vgl. Art. 97 Abs. 1 lit. d StGB). Indem die Vorinstanz den
Strafmilderungsgrund gemäss Art. 48 lit. e StGB nicht prüft, verletzt sie
Bundesrecht. Da ihr bei der Beurteilung der Frage, ob und inwiefern die Strafe
infolge Wohlverhaltens während langer Zeit zu mildern ist, ein gewisses
Ermessen zusteht, ist es nicht am Bundesgericht erstmals darüber zu
entscheiden. Die Vorinstanz wird daher die Strafe neu zumessen und begründen
müssen.

5. 

Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen, das vorinstanzliche Urteil
aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden kann.

Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung
gegenstandslos.

Der Beschwerdeführer wird im Umfang seines Unterliegens kostenpflichtig (Art.
66 Abs. 1 BGG). Dem Kanton Bern sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art.
66 Abs. 4 BGG).

Der Kanton Bern hat als teilweise unterliegende Partei dem Beschwerdeführer für
das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Entschädigung von Fr. 500.--
zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, das Urteil des Obergerichts des
Kantons Bern vom 8. Januar 2019 aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung
an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen,
soweit darauf einzutreten ist.

2. 

Die Gerichtskosten werden im Umfang von Fr. 2'500.-- dem Beschwerdeführer
auferlegt.

3. 

Der Kanton Bern hat dem Beschwerdeführer eine Entschädigung von Fr. 500.-- zu
bezahlen.

4. 

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, 2.
Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. November 2019

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Andres