Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.325/2014
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

[8frIR2ALAGK1]     
{T 0/2}
                   
8C_325/2014

Urteil vom 15. Januar 2015

I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Leuzinger, Präsidentin,
Bundesrichter Maillard, Bundesrichterin Heine,
Gerichtsschreiber Lanz.

Verfahrensbeteiligte
A.________, vertreten durch
Rechtsanwalt Sebastian Lorentz,
Beschwerdeführerin,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Litigation Hauptbranchen, 8085 Zürich
Versicherung,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Obwalden vom
12. März 2014.

Sachverhalt:

A. 
Die 1957 geborene A.________ war bis September 2004 als Ressortleiterin
Administration/Sponsoring bei der Stiftung B.________ angestellt. Danach war
sie arbeitslos. Zwischendurch war sie im Zwischenverdienst in einem Schwimmbad
sowie als Skilehrerin tätig und dadurch bei der Zürich
Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) im Rahmen der
obligatorischen Unfallversicherung (UV) versichert. Am 11. Dezember 2005
verunfallte A.________ beim Skifahren. Die Zürich gewährte Heilbehandlung und
richtete Taggeld aus. Mit Verfügung vom 17. März 2008 schloss sie den Fall per
30. November 2007 folgenlos ab, da die noch geklagten Beschwerden nicht
unfallkausal seien. Daran hielt die Zürich auf die von A.________ erhobene
Einsprache hin fest (Entscheid vom 9. März 2012).

Mit Verfügung vom 7. Mai 2012 verneinte die IV-Stelle Obwalden, bei der sich
A.________ ebenfalls angemeldet hatte, einen Anspruch auf Leistungen der
Invalidenversicherung (IV).

B. 
Beschwerdeweise beantragte A.________, der Einspracheentscheid der Zürich vom
9. März 2012 sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen UV-Leistungen,
insbesondere Heilbehandlung, Integritätsentschädigung und Rente, zuzusprechen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden gewährte ihr die unentgeltliche
Rechtspflege und wies die Beschwerde mit Entscheid vom 12. März 2014 ab.

Mit einem weiteren Entscheid vom gleichen Tag wies das Verwaltungsgericht auch
die von A.________ gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 7. Mai 2012 erhobene
Beschwerde ab.

C. 
A.________ lässt mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten die
Aufhebung des kantonalen Entscheids beantragen und ihr vorinstanzliches
Begehren betreffend UV-Leistungen erneuern. Zudem wird um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren vor dem Bundesgericht ersucht.
Die Zürich und das kantonale Gericht schliessen je auf Abweisung der
Beschwerde. Das Bundesamt für Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.

D. 
A.________ lässt auch gegen den vorinstanzlichen Entscheid betreffend IV
Beschwerde erheben. Über diese entscheidet das Bundesgericht mit heutigem
Urteil im Verfahren 8C_324/2014.

Erwägungen:

1. 
Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen
Rechtsverletzungen gemäss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht
wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), doch prüft es, unter
Berücksichtigung der allgemeinen Rüge- und Begründungspflicht (Art. 42 Abs. 1
und 2 BGG), nur die geltend gemachten Vorbringen, falls allfällige weitere
rechtliche Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 138 I 274 E. 1.6 S.
280 mit Hinweisen).

Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen
der Militär- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die
vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art.
97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG).

2. 
Streitig und zu prüfen ist, ob aus dem Unfall vom 11. Dezember 2005 über den
30. November 2007 hinaus Anspruch auf UV-Leistungen besteht.

Die Rechtsgrundlagen zur Beurteilung der Streitsache sind im angefochtenen
Entscheid zutreffend dargelegt. Das betrifft insbesondere den für einen
UV-Leistungsanspruch nebst anderem erforderlichen natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden,
namentlich auch bei Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS und
Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden (sog.
Schleudertraumapraxis), und die zu beachtenden Beweisgrundsätze. Darauf wird
verwiesen.

3. 
Die Vorinstanz hat erkannt, für die geklagten Beschwerden hätten keine
organischen Ursachen objektiviert werden können. Sämtliche bildgebenden
Abklärungen an HWS und Schädel hätten einen unauffälligen Befund ergeben. Es
seien weder posttraumatische Läsionen noch relevante degenerative Veränderungen
gefunden worden, welche die Beschwerden zu erklären vermöchten. Auch die
neuropsychologischen Beeinträchtigungen beruhten nicht auf einer
hirnorganischen Schädigung oder anderen bildgebend ausgewiesenen Befunden.
Zudem seien weder neurologische Ausfälle als Folge einer Schädigung des
zentralen Nervensystems noch Hinweise auf eine peripher-vestibuläre oder
cerebelläre Funktionsstörung festgestellt worden. Die visuellen Beschwerden und
die Schwindel- und Gleichgewichtsprobleme basierten ebenfalls nicht auf
objektivierbaren organischen Ursachen.

Diese Beurteilung beruht auf einer überzeugenden Würdigung der medizinischen
Akten. Was die Versicherte vorbringt, rechtfertigt keine andere
Betrachtungsweise. Videoaufnahmen von Symptomen genügen nicht zum Nachweis
einer organischen Genese von Sehbeschwerden. Wie das kantonale Gericht sodann
zutreffend erkannt hat, wurde die Diagnose einer Otolithenfunktionsstörung
ebenfalls gestützt auf Symptome gestellt und eine organische Ursache nicht
durch apparative/bildgebende Abklärungen (vgl. BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251)
bestätigt.

4. 
Das kantonale Gericht hat erwogen, ob die Beschwerden natürlich unfallkausal
seien, sei hier unerheblich, da jedenfalls die adäquate Kausalität zu verneinen
sei. Diese Beurteilung ist rechtmässig, wenn es in der Tat an der Adäquanz
fehlt (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472 mit Hinweisen).

Letztere ist unstreitig nach der Schleudertrauma-Praxis zu prüfen. Nach dieser
ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu
verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt.
Für die Beurteilung dieser Frage ist an das (objektiv erfassbare)
Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen
Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren
Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich
unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei
schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint
werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren
Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es
sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall
in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen,
in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der
Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden (vgl.
BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweisen).

4.1. Das kantonale Gericht hat den Unfall vom 11. Dezember 2005 den
mittelschweren Unfällen im engeren Sinn zugeordnet. Es stützt sich dabei auf
andere vom Bundesgericht beurteilte Skiunfälle. Nach Auffassung der
Versicherten ist das Unfallereignis mindestens mittelschwer im Grenzbereich zu
den schweren Unfällen.

4.1.1. Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen
des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen
zugeordnet werden können (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 3, 8C_100/2011 E. 3.4 mit
Hinweisen, nicht publ. in: BGE 137 V 199; vgl. auch SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7,
8C_398/2012 E. 5.2 Ingress mit Hinweisen).

Das Bundesgericht hat Stürze beim Skifahren, teilweise verursacht durch
Kollisionen mit anderen Skifahren, in der Regel als mittelschwer im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (Urteil 8C_785/2009 vom 16.
Juni 2010 E. 7.3 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch Urteil 8C_53/2011 vom 30.
Mai 2011 E. 4.1.1). Gleich eingestuft wurden auch ein äussert wuchtiger
Drehsturz eines Skifahrers mit heftigem Aufschlag des Kopfes auf der Piste
(Urteil 8C_744/2009 vom 8. Januar 2010 E. 10) und ein Unfall, bei dem eine
Skifahrerin von einem Snowboarder angefahren und in die Luft geworfen wurde und
auf Rücken sowie Kopf stürzte (Urteil U 369/05 vom 23. November 2006 E. 7.1 und
7.2.1). Ein Ereignis im eigentlichen mittleren Bereich wurde angenommen bei
einem Versicherten, der von einem anderen Skifahrer von hinten angefahren
wurde, stürzte, sich mehrmals überschlug und eine Zeitlang benommen liegen
blieb (in den Urteilen 8C_53/2011 E. 4.1.1 und 8C_785/2009 E. 7.3 erwähntes
Urteil U 264/97 vom 12. August 1999 Sachverhalt A und E. 6c, nicht publ. in:
RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29), und bei einem Skifahrer, der nach einem Sturz beim
Skifahren mit der rechten Gesichtshälfte auf der gefrorenen Piste aufschlug und
danach einige Zeit bewusstlos liegen blieb (Urteil U 63/07 vom 7. Februar 2008
E. 3.2). Demgegenüber wurde bei einem Skifahrer, welcher der Kollision mit
einem anderen Skifahrer ausweichen musste und in der Folge mit dem Kopf mit
voller Wucht gegen einen Baum prallte, unter Berücksichtigung eines besonders
heftigen Aufpralls und einer entsprechenden Krafteinwirkung ein Ereignis im
Grenzbereich zu den schweren Unfällen bejaht (Urteil 8C_42/2009 vom 1. Oktober
2009 Sachverhalt A, E. 5.2 und 5.3; vgl. auch Urteil 8C_785/2009 E. 7.3).

4.1.2. Im vorliegenden Fall wurde die Versicherte als Skifahrerin von einem
anderen Skifahrer, welcher nach ihren Angaben mit hoher Geschwindigkeit
unterwegs war, von hinten angefahren und weggeschleudert, wobei sie sich
mehrmals überschlug. Die damit verbundenen Kräfte sind eher mit den Fällen zu
vergleichen, in welchen die Rechtsprechung auf einen mittelschweren Unfall im
engeren Sinne geschlossen hat. Dies hat das kantonale Gericht einlässlich und
überzeugend dargelegt. Es hat dabei entgegen der in der Beschwerde vertretenen
Auffassung auch zutreffend angenommen, hier hätten geringere Krafteinwirkungen
vorgelegen als bei dem im Fall 8C_42/2009 beurteilten besonders heftigen
Anprall auf einen Baum.

4.2. Bei einem Unfall im engeren mittleren Bereich sind mindestens drei der
Zusatzkriterien (diese sind gemäss BGE 134 V 109 E. 10.3 S. 130: besonders
dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt
spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen) in der einfachen Form oder aber eines in
besonders ausgeprägter Weise erforderlich, damit der adäquate
Kausalzusammenhang bejaht werden kann (SVR 2012 UV Nr. 27 S. 96, 8C_498/2011 E.
6.2.2, nicht publ. in: BGE 138 V 248; vgl. auch SVR 2013 UV Nr. 3 E. 6).

4.2.1. Das kantonale Gericht hat erkannt, es seien einzig und nicht in
besonders ausgeprägter Weise die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden
und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit erfüllt. Daher sei der adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen.

Die Versicherte bringt vor, nebst den besagten Kriterien seien auch diejenigen
der besonderen Eindrücklichkeit und der Schwere/besonderen Art der erlittenen
Verletzung gegeben. Zudem sei das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit
besonders ausgeprägt erfüllt.
Die übrigen Zusatzkriterien werden nicht geltend gemacht und geben keinen
Anlass zu Weiterungen.

4.2.2. Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht
aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person.
Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse
Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des
Kriteriums ausreichen kann (SVR 2013 UV Nr. 3 E. 6.1 Ingress mit Hinweis).

Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung liegen keine organisch
objektiv ausgewiesenen Beschwerden vor, welche das Kriterium als verzichtbar
erscheinen liessen. Der Versicherten kann auch nicht gefolgt werden, soweit sie
zumindest sinngemäss argumentiert, das Kriterium komme ohnehin nur bei
psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall, nicht aber im Rahmen der
Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung (statt vieler: BGE 134 V 109 E. 10.1 S.
130). Der vorliegende Unfall war sodann weder eindrücklicher noch von
dramatischeren Begleitumständen geprägt als die in den erwähnten Urteilen
8C_744/2009, U 369/05, 8C_53/2011, U 264/97 und U 63/07 beurteilten Skiunfälle,
bei welchen das Kriterium jeweils verneint worden ist. Dass die Vorinstanz hier
gleich entschieden hat, ist daher nicht zu beanstanden. Daran ändert auch der
Hinweis der Versicherten auf den Unfall eines Skirennfahrers nichts. Auf den im
Weiteren diskutierten Umstand, wie viel die Versicherte vom Unfallgeschehen
wahrgenommen hat, braucht nicht eingegangen zu werden, da das Kriterium
unabhängig davon zu verneinen ist.

4.2.3. Das kantonale Gericht hat einlässlich dargelegt, dass Beschwerden
vorliegen, welche üblicherweise nach Schleudertraumen und adäquanzrechtlich
gleich behandelten Verletzungen auftreten, und dass kein Umstand gegeben ist,
der nach der Rechtsprechung (BGE 134 V 109 E. 10.2.2 S. 127 f.) für das
Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen sprechen
könnte. Die Versicherte bringt hiegegen einzig vor, sie leide an organisch
ausgewiesenen Befunden. Das trifft indessen wie bereits dargelegt nicht zu.

4.2.4. Die Vorinstanz ist zum Ergebnis gelangt, unter Berücksichtigung der
ärztlich bestätigten Arbeitsunfähigkeiten nach dem Unfall vom 11. Dezember 2005
und der von der Versicherten gezeigten Bemühungen, sich wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern, sei das Kriterium der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen in der einfachen Form
erfüllt. Die Beschwerdeführerin macht geltend, aufgrund ihrer Arbeitsbemühungen
sei des Kriterium besonders ausgeprägt gegeben. Das kantonale Gericht hat hiezu
unter Bezugnahme auf die Urteile des Bundesgerichts 8C_571/2011 vom 23.
Dezember 2011 E. 6.2.6.1 und 8C_246/2009 vom 6. April 2010 E. 5.2.1 mit Hinweis
zutreffend erwogen, dass das Kriterium dann besonders ausgeprägt erfüllt ist,
wenn die Bemühungen der versicherten Person eindeutig über das im Normalfall zu
Erwartende hinausgehen. Die Vorinstanz ist zu Recht zum Ergebnis gelangt, das
sei hier nicht der Fall. Der Einsatz der Beschwerdeführerin ist sicher
anerkennenswert, was denn auch rechtfertigt, das Kriterium grundsätzlich zu
bejahen. Sämtliche von ihr geltend gemachten Arbeitsbemühungen liegen aber
nicht dermassen über dem üblicherweise zu erwartenden Mass, dass das Kriterium
deswegen besonders ausgeprägt erfüllt wäre. Vom beantragten Beizug der Akten
der Arbeitslosenversicherung ist abzusehen, da diese keinen entscheidrelevanten
neuen Aufschluss erwarten lassen. Es kann sodann offen bleiben, inwiefern die
geltend gemachten Arbeitsbemühungen novenrechtlich (vgl. Art. 99 Abs. 1 BGG)
überhaupt zulässig sind. Auch erübrigen sich Weiterungen dazu, ob das Kriterium
unter Berücksichtigung des im heutigen Urteil 8C_324/2014 betreffend
IV-Leistungen Gesagten überhaupt in der einfachen Form vorliegt.

4.3. Zusammenfassend hat das kantonale Gericht zu Recht den adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen den noch geklagten Beschwerden und dem Unfall vom
11. Dezember 2005 und damit einen Anspruch auf weitere UV-Leistungen verneint.
Die Beschwerde ist abzuweisen.

5. 
Die Gerichtskosten werden der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt (Art.
66 Abs. 1 BGG). Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (im Sinne der
vorläufigen Befreiung von den Gerichtskosten und der unentgeltlichen
Verbeiständung) kann entsprochen werden, da die Bedürftigkeit ausgewiesen ist,
die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen und die Vertretung durch
einen Rechtsanwalt geboten war (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG). Es wird indessen
ausdrücklich auf Art. 64 Abs. 4 BGG aufmerksam gemacht, wonach die begünstigte
Partei der Gerichtskasse Ersatz zu leisten haben wird, wenn sie später dazu im
Stande ist.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und
Rechtsanwalt Sebastian Lorentz wird als unentgeltlicher Anwalt bestellt.

3. 
Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt, indes
vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.

4. 
Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wird aus der Gerichtskasse eine
Entschädigung von Fr. 2'800.- ausgerichtet.

5. 
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden
und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 15. Januar 2015

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Leuzinger

Der Gerichtsschreiber: Lanz

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