Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Zivilrechtliche Abteilung, Beschwerde in Zivilsachen 4A.588/2012
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
4A_588/2012

Urteil vom 3. Mai 2013
I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichterin Klett, Präsidentin,
Bundesrichter Corboz, Bundesrichterin Kiss,
Gerichtsschreiber Kölz.

Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

X.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans Henzen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Anweisung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Nidwalden,
Zivilabteilung, vom 29. März 2012.

Sachverhalt:

A.
Am 24. Mai 2007 unterschrieb A.________ (Beschwerdeführer) ein mit
"Forderungsabtretung Y.________ vom 16.04.2007" betiteltes Schreiben an die
X.________ AG (Beschwerdegegnerin). In diesem Schreiben steht wörtlich:
"[A]uftragsgemäss teile ich Ihnen mit und bestätigte Ihnen in meiner
Eigenschaft als Rechtsanwalt und Urkundsperson, dass ich unwiderruflich
beauftragt und angewiesen bin, den Betrag in Höhe von EUR 500.000,00 bis
spätestens 20.07.2007 namens und im Auftrag der Y.________ GmbH an Sie ohne
Abzug zu zahlen. Ferner bestätige ich Ihnen, dass mir diese Mittel zur
Verfügung stehen und ich somit in der Lage bin, diese Anweisung fristgerecht zu
erfüllen. Ich bitte um Mitteilung Ihrer Bankverbindung."
Mit Zahlungsbefehl vom 3. April 2008 liess die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer für den Betrag von Fr. 789'350.-- nebst Zins zu 5% seit 21.
Juli 2007 betreiben. Der Beschwerdeführer erhob Rechtsvorschlag. Mit Entscheid
vom 12. Juni 2008 erteilte der Einzelrichter Schuldbetreibung und Konkurs des
Kantons Nidwalden für den genannten Betrag die provisorische Rechtsöffnung.

B.
Am 7. Juli 2008 reichte der Beschwerdeführer beim Kantonsgericht Nidwalden
Aberkennungsklage gegen die Beschwerdegegnerin ein. Er beantragte, es sei
festzustellen, dass die im Betreibungsverfahren Nr. 2081283 vor dem
Betreibungsamt Nidwalden mit Zahlungsbefehl vom 3. April 2008 in Betreibung
gesetzte Forderung im Betrag von Fr. 789'350 zuzüglich Zinsen nicht bestehe.
Ferner seien der Entscheid über die Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung
des Einzelrichters in Schuldbetreibung und Konkurs ER Nr. 100 08 81 vom 12.
Juni 2008 sowie die Betreibung Nr. 2081283 vor dem Betreibungsamt Nidwalden
aufzuheben. Am 13. Mai 2009 wies das Kantonsgericht die Klage ab.
Dagegen appellierte der Beschwerdeführer an das Obergericht des Kantons
Nidwalden und beantragte, es sei festzustellen, dass die in Betreibung gesetzte
Forderung von Fr. 789'350.-- nebst Zinsen nicht bestehe. Sowohl der
Rechtsöffnungsentscheid als auch die Betreibung seien aufzuheben. Mit Entscheid
vom 29. März 2012 wies das Obergericht die Appellation ab.

C.
Der Beschwerdeführer beantragt mit Beschwerde in Zivilsachen, in
vollumfänglicher Aufhebung des Entscheids des Obergerichts vom 29. März 2012
sei festzustellen, dass die im Betreibungsverfahren Nr. 2081283 vor dem
Betreibungsamt Nidwalden mit Zahlungsbefehl vom 3. April 2008 in Betreibung
gesetzte Forderung im Betrag von Fr. 789'350 zuzüglich Zinsen nicht bestehe.
Ferner seien der Entscheid über die Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung
des Einzelrichters in Schuldbetreibung und Konkurs ER Nr. 100 08 81 vom 12.
Juni 2008 sowie die Betreibung Nr. 2081283 vor dem Betreibungsamt Nidwalden
aufzuheben. Eventualiter sei das Verfahren zur Durchführung der beantragten
Beweismassnahmen an das Kantonsgericht Nidwalden zurückzuweisen.
Die Beschwerdegegnerin beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit überhaupt
darauf eingetreten werden könne. Die Vorinstanz verzichtete unter Verweis auf
den angefochtenen Entscheid auf eine Vernehmlassung.
Der Beschwerdeführer reichte eine Replik ein, worauf die Beschwerdegegnerin auf
eine weitere Stellungnahme verzichtete.

D.
Mit Präsidialverfügung vom 30. November 2012 wurde das Gesuch der
Beschwerdegegnerin um Sicherstellung einer allfälligen Parteientschädigung
gutgeheissen. In der Folge leistete der Beschwerdeführer der
Bundesgerichtskasse den verfügten Betrag von Fr. 12'000.--.
Mit Eingabe vom 28. Dezember 2012 beantragte der Beschwerdeführer, der
Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen.

Erwägungen:

1.
1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen einen verfahrensabschliessenden Entscheid
einer letzten kantonalen Instanz (Art. 75 Abs. 1 i.V.m. Art. 90 BGG) in einer
Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG). Die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers sind
im kantonalen Verfahren nicht geschützt worden (vgl. Art. 76 Abs. 1 BGG), der
massgebende Streitwert beträgt mehr als Fr. 30'000.-- (Art. 74 Abs. 1 lit. b
BGG), und die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 100 Abs. 1 BGG). Unter
Vorbehalt einer rechtsgenüglichen Begründung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs.
2 BGG) ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Mit Beschwerde in Zivilsachen können Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96
BGG gerügt werden. Die Beschwerde ist hinreichend zu begründen, andernfalls
wird darauf nicht eingetreten. In der Beschwerdeschrift ist in gedrängter Form
darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG).
Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht
kann das Bundesgericht nur insofern prüfen, als eine solche Rüge in der
Beschwerde präzise vorgebracht und begründet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG;
BGE 136 I 65 E. 1.3.1; 134 II 244 E. 2.2; 133 III 439 E. 3.2 S. 444).
Unerlässlich ist im Hinblick auf Art. 42 Abs. 2 BGG, dass die Beschwerde auf
die Begründung des angefochtenen Entscheids eingeht und im Einzelnen aufzeigt,
worin eine Verletzung von Bundesrecht liegt. Der Beschwerdeführer soll in der
Beschwerdeschrift nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die er im kantonalen
Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigen, sondern mit seiner Kritik an den
als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen (vgl. BGE
134 II 244 E. 2.1).
Die Begründung hat ferner in der Beschwerdeschrift selbst zu erfolgen, und der
blosse Verweis auf Ausführungen in andern Rechtsschriften oder auf die Akten
reicht nicht aus (BGE 133 II 396 E. 3.1). Demnach müssen ergänzende Hinweise
des Beschwerdeführers auf seine Eingaben im kantonalen Verfahren (z.B.
Beschwerde Rz. 4) unbeachtet bleiben.

1.3 Die Beschwerde ist innert der Beschwerdefrist vollständig begründet
einzureichen (Art. 42 Abs. 1 BGG). Kommt es zu einem zweiten Schriftenwechsel,
darf der Beschwerdeführer die Replik nicht dazu verwenden, seine Beschwerde zu
ergänzen oder zu verbessern (vgl. BGE 132 I 42 E. 3.3.4). Die Replik ist nur zu
Darlegungen zu verwenden, zu denen die Ausführungen in der Vernehmlassung eines
anderen Verfahrensbeteiligten Anlass geben (vgl. BGE 135 I 19 E. 2.2). Soweit
der Beschwerdeführer dies missachtet und seine Replik für Verbesserungen bzw.
Ergänzungen der Beschwerde verwendet, können seine Ausführungen nicht
berücksichtigt werden.

1.4 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die
Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die
Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie
offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art.
95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei
"willkürlich" (BGE 135 III 397 E. 1.5). Überdies muss die Behebung des Mangels
für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein (Art. 97 Abs. 1 BGG).
Der Beschwerdeführer, der die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz
anfechten will, muss klar und substanziiert aufzeigen, inwiefern die gerügten
Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich
unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen
(BGE 136 II 508 E. 1.2; 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3, 393 E. 7.1,
462 E. 2.4). Soweit er den Sachverhalt ergänzen will, hat er zudem mit
Aktenhinweisen darzulegen, dass er entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und
taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht
hat (Urteile 4A_275/2011 vom 20. Oktober 2011 E. 2, nicht publ. in: BGE 137 III
539; 4A_214/2008 vom 9. Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570).
Überdies ist in der Beschwerde darzutun, inwiefern die Behebung des gerügten
Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1
BGG; BGE 135 I 19 E. 2.2.2). Auf eine Kritik an den tatsächlichen
Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht genügt, ist nicht
einzutreten (BGE 133 II 249 E. 1.4.3).
Mit Blick auf diese Grundsätze kann auf die eigene frei gehaltene
Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers in den Randziffern 5-16 der
Beschwerdeschrift nicht abgestellt werden.

1.5 Zu beachten ist, dass das Bundesgericht in die Beweiswürdigung des
Sachgerichts nur eingreift, wenn diese willkürlich ist. Willkür liegt nicht
schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder
gar vorzuziehen wäre, sondern nur, wenn der angefochtene Entscheid
offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem
Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass
verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE
138 IV 13 E. 5.1 S. 22; 134 II 124 E. 4.1; 132 III 209 E. 2.1; 131 I 57 E. 2,
467 E. 3.1). Die Beweiswürdigung ist mithin nicht schon dann willkürlich, wenn
vom Sachrichter gezogene Schlüsse nicht mit der Darstellung des
Beschwerdeführers übereinstimmen, sondern bloss, wenn sie offensichtlich
unhaltbar ist (BGE 135 II 356 E. 4.2.1; 129 I 8 E. 2.1 S. 9; 116 Ia 85 E. 2b).
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Sachgericht offensichtlich
unhaltbare Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder solche grundlos
ausser Acht lässt (vgl. BGE 129 I 8 E. 2.1; 120 Ia 31 E. 4b). Inwiefern die
Beweiswürdigung willkürlich sein soll, ist in der Beschwerde klar und
detailliert aufzuzeigen (BGE 134 II 244 E. 2.2; 130 I 258 E. 1.3). Namentlich
genügt es nicht, einzelne Beweise anzuführen, die anders als im angefochtenen
Entscheid gewichtet werden sollen, und dem Bundesgericht in appellatorischer
Kritik die eigene Auffassung zu unterbreiten, als ob diesem freie
Sachverhaltsprüfung zukäme (vgl. BGE 116 Ia 85 E. 2b).

1.6 Wie zu zeigen sein wird, missachtet der Beschwerdeführer diese Grundsätze
über weite Strecken. Er trägt im Wesentlichen unzulässige appellatorische
Kritik vor, mit der er nicht gehört werden kann.

2.
2.1 Durch die Anweisung wird der Angewiesene ermächtigt, Geld, Wertpapiere oder
andere vertretbare Sachen auf Rechnung des Anweisenden an den
Anweisungsempfänger zu leisten, und dieser, die Leistung von jenem in eigenem
Namen zu erheben (Art. 466 OR). Die Anweisung gemäss Art. 466 OR stellt eine
Doppelermächtigung dar, an der drei Personen beteiligt sind: der Anweisende,
der Angewiesene und der Anweisungsempfänger (dazu BGE 122 III 237 E. 1b). Der
Angewiesene, der dem Anweisungsempfänger die Annahme ohne Vorbehalt erklärt,
wird ihm zur Zahlung verpflichtet und kann ihm nur solche Einreden
entgegensetzen, die sich aus ihrem persönlichen Verhältnisse oder aus dem
Inhalte der Anweisung selbst ergeben, nicht aber solche aus seinem Verhältnisse
zum Anweisenden (Art. 468 Abs. 1 OR).
Grundsätzlich wird der Angewiesene durch die Anweisung nur ermächtigt, nicht
auch verpflichtet, an den Anweisungsempfänger zu leisten. Gegenüber diesem
entsteht eine Leistungspflicht erst durch eine entsprechende Annahmeerklärung
des Angewiesenen. Eine gemäss Art. 468 Abs. 1 OR vorbehaltlos angenommene
Anweisung begründet ein neues, gegenüber dem Deckungs- und dem Valutaverhältnis
grundsätzlich abstraktes Zahlungsversprechen. Dem Angewiesenen stehen gegenüber
dem Anweisungsempfänger nur solche Einreden zu, die diesem gegenüber persönlich
bestehen oder sich aus dem Inhalt der Anweisung ergeben (BGE 135 III 562 E.
3.4; 127 III 553 E. 2e S. 557; 124 III 253 E. 3b). Die vorbehaltlose
Annahmeerklärung schafft einen eigenständigen Rechtsgrund für die
Leistungspflicht des Angewiesenen und lässt ein abstraktes Forderungsrecht des
Anweisungsempfängers gegen den Angewiesenen entstehen.
Die Annahme der Anweisung ist eine an den Anweisungsempfänger gerichtete
Willenserklärung des Angewiesenen. Sie ist formfrei und kann ausdrücklich oder
auch konkludent erfolgen. Damit auf eine konkludente Annahme geschlossen werden
kann, muss der Anweisungsempfänger aufgrund der Willensäusserung des
Angewiesenen in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass dieser die Absicht
hat, sich ihm gegenüber zu verpflichten (BGE 135 III 562 E. 3.4; 127 III 553 E.
2e/bb).

2.2 Die Vorinstanz hielt fest, im Zentrum der Auseinandersetzung stehe das
Schreiben des Beschwerdeführers (Angewiesener) an die Beschwerdegegnerin
(Anweisungsempfängerin) vom 24. Mai 2007. Sie qualifizierte dieses Schreiben
aufgrund seines klaren Wortlautes in Übereinstimmung mit der Erstinstanz als
ausdrückliche und vorbehaltlose Annahme der Anweisung im Sinne von Art. 468
Abs. 1 OR. Entsprechend ging sie davon aus, dass der Beschwerdeführer, der
keine persönlichen Einreden oder Einwendungen aus dem Inhalt der Anweisung
selbst substanziiert geltend mache, gegenüber der Beschwerdegegnerin
verpflichtet sei, die Forderung zu begleichen. Darauf stützte sie die Abweisung
der Aberkennungsklage.

3.
Der Beschwerdeführer rügt, "[d]ie Sachverhaltsfeststellungen und die
Beweiswürdigung der Vorinstanz" seien offensichtlich falsch bzw. unhaltbar. In
dieser allgemeinen, nicht näher konkretisierten Form kann auf die Rüge nicht
eingetreten werden.

3.1 Konkret beanstandet der Beschwerdeführer einzig die Feststellung der
Vorinstanz, wonach er grundsätzlich nicht bestreite, dass es sich vorliegend um
einen Fall der Anweisung handle. Der Beschwerdeführer hält diese Feststellung
für "falsch". Die Vorinstanz stütze sich dafür lediglich unkritisch auf das
Schreiben vom 24. Mai 2007. Mit dieser Ausführung substanziiert er nicht
hinlänglich, weshalb die (die geäusserte Rechtsauffassung des Beschwerdeführers
betreffende) Feststellung offensichtlich unrichtig sein soll. Ebenso fehlen
Ausführungen dazu, weshalb dieser Umstand für den Ausgang des Verfahrens
entscheidend sein soll (vgl. Erwägung 1.4). Eine Korrektur der
Sachverhaltsdarstellung fällt daher insofern ausser Betracht.

3.2 Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer der Nachweis
nicht gelungen sei, dass die Beschwerdegegnerin über die wirtschaftlichen
Hintergründe (der Erklärung) orientiert gewesen sei. Der Beschwerdeführer
verfehlt mit seinen dagegen gerichteten Ausführungen die
Begründungsanforderungen an eine Kritik der Beweiswürdigung. Er verweist das
Bundesgericht lediglich auf einzelne Aktenstücke, so die Antwortbeilagen 4-6,
aus denen sich seiner Meinung nach ergeben soll, dass die Beschwerdegegnerin
vom "wahren" Inhalt der Erklärung vom 24. Mai 2007 und von der Funktion des
Beschwerdeführers bestens Kenntnis gehabt haben soll. Der Sinn, den die
Vorinstanz dem Schreiben vom 24. Mai 2007 beimesse, sei lebensfremd. Dafür
fänden sich in den Akten keine Anhaltspunkte. Indem der Beschwerdeführer
lediglich seine Sicht der Dinge darlegt, vermag er die Beweiswürdigung der
Vorinstanz in diesem Punkt nicht umzustossen (vgl. Erwägung 1.5).

3.3 Sodann wirft er der Vorinstanz vor, den am 3. August 2007 zwischen der
Beschwerdegegnerin und der Z.________ AG geschlossenen Vertrag ausser Acht
gelassen zu haben. Er belegt jedoch nicht mit präzisen Aktenhinweisen, dass er
diesen Vertrag vor der Vorinstanz rechtzeitig als Beweismittel angerufen hätte
und welche prozesskonform aufgestellten Behauptungen er damit habe beweisen
wollen. Sein Vorwurf, die Vorinstanz habe diesen Vertrag nicht berücksichtigt,
geht daher ins Leere (vgl. Erwägung 1.4).

3.4 Die Rüge offensichtlich unrichtiger Sachverhaltsfeststellung bzw.
Beweiswürdigung ist insgesamt ungenügend begründet und erlaubt dem
Bundesgericht kein Abweichen von der Sachverhaltsbindung oder ein Eingreifen in
die vorinstanzliche Beweiswürdigung. Es ist demnach durchwegs vom Sachverhalt
auszugehen, wie ihn die Vorinstanz festgestellt hat.

4.
Im Weiteren wirft der Beschwerdeführer der Vorinstanz vor, die Rechtslage
verkannt zu haben.

4.1 Die Vorinstanz führte aus, der Beschwerdeführer habe mit dem Schreiben vom
24. Mai 2007 ausdrücklich eine vorbehaltlose Annahme (der Anweisung) erklärt.
Auch habe er ausdrücklich bestätigt, dass ihm die Mittel zur Verfügung stehen
würden und er somit in der Lage sei, diese Anweisung fristgerecht zu erfüllen.
Der Wortlaut des Schreibens sei klar und unmissverständlich. Die
Beschwerdegegnerin habe in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass der
Beschwerdeführer über das Geld verfüge und die Anweisung wie im Schreiben
dargestellt ablaufen würde. Jede vernünftig und sorgfältig handelnde Person -
so die Vorinstanz - hätte das Schreiben gleichermassen verstanden.
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, "[a]ufgrund des Sachverhalts und der
vorliegenden Beweismittel" stehe fest, dass die Beschwerdegegnerin "die
Funktion des Beschwerdeführers in jeder Hinsicht" gekannt und insbesondere
gewusst habe, dass diesem keine "Garanten- bzw. Versicherungsstellung" zukomme.
Wie "beweismässig erstellt", habe die Beschwerdegegnerin das im Schreiben vom
24. Mai 2007 Erklärte sehr wohl richtig verstanden. Dieses Verständnis habe sie
auch manifestiert, indem sie erst knapp ein Jahr später die bestrittene
Forderung in Betreibung gesetzt habe, was ein venire contra factum proprium
darstelle. Die Vorinstanz habe dies verkannt und sich nicht im Ansatz damit
auseinander gesetzt.
Wiederum muss dem Beschwerdeführer vorgehalten werden, nicht rechtsgenüglich zu
begründen, worin eine Bundesrechtsverletzung bestehen soll. Er stützt seine
Argumentation auf den angeblich erwiesenen Umstand, dass die Beschwerdegegnerin
um seine "Funktion" gewusst habe. Diese Behauptung hielt die Vorinstanz aber
gerade für nicht belegt, ohne dass der Beschwerdeführer die
Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz umzustossen vermocht hätte (vgl.
Erwägung 3). Der Beschwerdeführer kann daher aus diesem Umstand nichts für
seinen Standpunkt ableiten. Demgegenüber setzt er sich nicht sachdienlich mit
der streitentscheidenden Erwägung der Vorinstanz auseinander, wonach das
Schreiben nach Treu und Glauben als vorbehaltlose Annahmeerklärung zu verstehen
war, und er zeigt namentlich nicht im Einzelnen auf, aufgrund welcher konkreten
Umstände dies nicht zutreffen soll.
Soweit er mit seinem Hinweis auf ein venire contra factum proprium geltend
machen will, die Vorinstanz habe sich nicht mit der Frage eines
Rechtsmissbrauchs auseinandergesetzt, so trifft dies nicht zu. Die Vorinstanz
schloss vielmehr, dem Beschwerdeführer sei es auch nicht gelungen, einen
offensichtlichen Rechtsmissbrauch nachzuweisen. Dafür fehlten Anhaltspunkte.
Inwiefern die Vorinstanz mit dieser Würdigung Bundesrecht verletzt haben soll,
ist nicht ersichtlich. Jedenfalls kann allein aufgrund des Umstands, dass die
Beschwerdegegnerin ihre Forderung nicht sofort, sondern erst nach einigen
Monaten in Betreibung setzte, nicht auf einen offenbaren Rechtsmissbrauch
geschlossen werden.

4.2 Sodann meint der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe verkannt, dass er
sowohl einen Erklärungsirrtum als auch einen Grundlagenirrtum substanziiert und
nachgewiesen habe.
Die Vorinstanz hat sich mit der Frage der Irrtumsanfechtung auseinandergesetzt,
indessen verneint, dass ein Irrtum genügend begründet und substanziiert worden
sei. Der Beschwerdeführer widerspricht dem, rekapituliert aber seinerseits
lediglich den Sachverhalt aus eigener Sicht und zieht daraus eigene rechtliche
Schlüsse. Damit vermag er bereits nicht rechtsgenüglich darzutun, dass die
Vorinstanz in bundesrechtswidriger Weise zu hohe Anforderungen an die
Substanziierungspflicht gestellt hätte.
Ohnehin erwog die Vorinstanz aber eventualiter, ein Irrtum über die eigene
Leistungsfähigkeit, wie er hier im Grunde geltend gemacht werde, berechtige nie
zur Anfechtung, da sich sonst der Schuldner seiner Verpflichtung nachträglich
entziehen könnte. Aus denselben Gründen vermöge auch der vorgebrachte Irrtum
über die Solidität und Leistungsfähigkeit der Q.________ (bei welcher der
fragliche Betrag gemäss dem Beschwerdeführer hätte hinterlegt sein sollen)
keinen Irrtum im Sinne von Art. 23 ff. OR zu begründen. Darüber - so die
Vorinstanz - hätte sich der Beschwerdeführer als qualifiziert rechtskundige
Person (Rechtsanwalt und damals noch Urkundsperson) vor der Unterzeichnung
eines unwiderruflichen und vorbehaltlosen Zahlungsversprechens erkundigen
sollen. Als solche habe er die Bedeutung und Tragweite seiner schriftlichen
Erklärung erkennen müssen. Wenn ein Rechtsanwalt gegenüber einem Dritten ein
bedingungs- und vorbehaltloses Zahlungsversprechen abgebe und
unzutreffenderweise die Verfügungsmacht über Vermögenswerte bestätige, obwohl
er genau wisse, dass er (noch) nicht darüber verfüge, habe er die
entsprechenden Konsequenzen selber zu tragen. Sie verneinte mit anderen Worten
das Vorliegen eines wesentlichen Irrtums, der die Annahmeerklärung für den
Beschwerdeführer unverbindlich gemacht hätte.
Mit diesen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer in keiner Weise
auseinander. Er gibt lediglich wörtlich zwei Passagen aus seiner Appellation
wieder. Einmal mehr verfehlt er damit die Begründungsanforderungen und kann
deshalb nicht gehört werden (vgl. Erwägung 1.2). Wenn er schliesslich darauf
insistiert, sich über die Leistungsfähigkeit und den Leistungswillen der
Q.________ geirrt zu haben, so vermag er dadurch, wie die Vorinstanz zutreffend
erkannt hat, keinen für das Verhältnis zur Beschwerdegegnerin als
Anweisungsempfängerin wesentlichen Grundlagenirrtum aufzuzeigen (vgl. Erwägung
2.1).

5.
Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Gehörsanspruchs.

5.1 Der aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) fliessende
Anspruch auf Abnahme und Würdigung rechtzeitig und formrichtig angebotener
Beweismittel (vgl. BGE 124 I 241 E. 2 S. 242; 122 I 53 E. 4a mit Hinweisen)
schliesst eine vorweggenommene Beweiswürdigung nicht aus, verbietet dem Gericht
also nicht, einem beantragten Beweismittel die Erheblichkeit oder Tauglichkeit
abzusprechen oder auf die Abnahme von Beweisen zu verzichten, wenn das Gericht
aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und
willkürfrei davon ausgehen darf, diese würde durch weitere Beweiserhebungen
nicht geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 153 E. 3 S. 157; 130 II 425 E. 2.1
S. 429).

5.2 Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe keinen einzigen der von
ihm beantragten Zeugen angehört. Die vorliegende Streitigkeit betreffe eine
komplexe Transaktion rund um den Darlehensvertrag mit einer Mehrzahl
Beteiligter. Die Hintergründe, Überlegungen, Anliegen, Auflagen, Befürchtungen
und Erwartungen der Beteiligten seien "innere Tatsachen", zu denen die Zeugen
und Parteien hätten befragt werden müssen. Zudem habe er die Edition des
Bewirtschaftungsvertrags Y.________/Q.________ sowie jene des Darlehensvertrags
Y.________/X.________beantragt. Auch hieraus seien "rechtserhebliche
Tatsachenerkenntnisse" zu erwarten. Die Edition sei vom Bundesgericht
nachzuholen bzw. eventuell nach Rückweisung an die erste Instanz durchzuführen.

5.3 Der Beschwerdeführer erhob die gleichlautende Kritik vor der Vorinstanz.
Diese erwog dazu, die Sach- und Rechtslage sei derart klar, dass die
Erstinstanz das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers nicht verletzt, sondern
zu Recht implizit in antizipierter Beweiswürdigung auf die Einvernahme von
Zeugen und auf ein eingehendes Parteiverhör sowie auf die Edition von Verträgen
und Korrespondenzen verzichtet habe. Die Einvernahmen und Editionen - so die
Vorinstanz - hätten am Ergebnis der Beweiswürdigung nichts zu ändern vermocht.
Die beantragte Edition sei zudem sinnlos, weil der Beschwerdeführer selber in
Besitz des Bewirtschaftungs- und Tresormietvertrags sei.

5.4 Der Beschwerdeführer hält dem nichts Einschlägiges entgegen, das eine
Verletzung des Gehörsanspruchs begründen könnte. Namentlich zeigt er nicht auf,
inwiefern die antizipierte Beweiswürdigung auf Willkür beruhte, und er
unterlässt es auch, auszuführen, welche "inneren Tatsachen" und "Kenntnisse"
inwiefern das Ergebnis des Entscheids zu ändern vermöchten. Die Rüge einer
Gehörsverletzung dringt daher nicht durch.

5.5 Die Vorinstanz führte sodann mit Bezug auf die im Appellationsverfahren
beantragten Beweismassnahmen aus, der Beschwerdeführer habe trotz wiederholter
Aufforderung den Darlehensvertrag und weitere Schriftstücke nicht eingereicht.
Das Versäumnis gehe zu seinen Lasten. Zu den Beilagen 3 bis 6 und den im
Appellationsverfahren neu offerierten Zeugen komme hinzu, dass diese neuen
Beweismittel nach Art. 242 Abs. 1 des Gesetzes des Kantons Nidwalden über den
Zivilprozess vom 20. Oktober 1999 (ZPO/NW) unzulässig seien, weil der
Beschwerdeführer genügend Gelegenheit gehabt hätte, schon im erstinstanzlichen
Verfahren diese Beweismittel anzurufen.
Der Beschwerdeführer rügt diesbezüglich eine Verletzung von Art. 242 Abs. 1 ZPO
/NW. Auf die Rüge ist nicht einzutreten, da weder behauptet geschweige denn
auch nur im Ansatz begründet wird, weshalb die Vorinstanz diese kantonale
Prozessvorschrift willkürlich angewendet haben soll (vgl. BGE 135 V 2 E. 1.3;
134 II 349 E. 3 S. 351).

6.
6.1 Nach dem Gesagten kann auf die Beschwerde grösstenteils nicht eingetreten
werden. Im Übrigen erweist sie sich als unbegründet und ist abzuweisen. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten- und
entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 sowie Art. 68 Abs. 2 BGG).

6.2 Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch des Beschwerdeführers um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 10'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche
Verfahren mit Fr. 12'000.-- zu entschädigen. Diese Entschädigung wird aus der
an die Gerichtskasse bezahlten Sicherheitsleistung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Nidwalden,
Zivilabteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Mai 2013

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Klett

Der Gerichtsschreiber: Kölz

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