Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

I. Sozialrechtliche Abteilung, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 8C.887/2008
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Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal

{T 0/2}
8C_887/2008

Urteil vom 24. Juni 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Niquille, Bundesrichter Maillard,
Gerichtsschreiberin Kopp Käch.

Parteien
IV-Stelle Basel-Stadt, Lange Gasse 7, 4052 Basel,
Beschwerdeführerin,

gegen

L.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Advokat Guido Ehrler.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom
16. Juli 2008.

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung vom 27. Januar 2000 sprach die IV-Stelle Basel-Stadt der 1967
geborenen L.________ rückwirkend ab 1. Mai 1998 eine halbe Invalidenrente zu.
Am 25. Mai 2001 teilte sie der Versicherten mit, eine Überprüfung des
Invaliditätsgrades habe keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben. Im Rahmen
des im Mai 2004 angehobenen Revisionsverfahrens veranlasste die Verwaltung eine
rheumatologische und eine psychiatrische Begutachtung. Gestützt auf die
diesbezüglichen Ergebnisse verfügte die IV-Stelle am 2. Februar 2006 ausgehend
von einem Invaliditätsgrad von 27% die Aufhebung der Invalidenrente per Ende
März 2006. Daran hielt sie nach Einholung einer Stellungnahme des RAD vom 6.
Juli 2007 mit Einspracheentscheid vom 13. Juli 2007 fest.

B.
Die von L.________ hiegegen erhobene Beschwerde hiess das
Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt mit Entscheid vom 16. Juli 2008 gut, hob
den Einspracheentscheid vom 13. Juli 2007 auf und sprach der Versicherten ab 1.
April 2006 eine Viertelsrente zu.

C.
Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die
IV-Stelle Basel-Stadt die Aufhebung des Entscheids des
Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 16. Juli 2008 und ersucht um
Gewährung der aufschiebenden Wirkung.

Das kantonale Gericht und L.________ schliessen auf Abweisung der Beschwerde,
das Bundesamt für Sozialversicherungen auf deren Gutheissung. Die Pensionskasse
Basel-Stadt verzichtet auf eine Stellungnahme.

D.
Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 30. Januar 2009 wurde der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.

Erwägungen:

1.
Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann u.a. die
Verletzung von Bundesrecht gerügt werden (Art. 95 lit. a BGG). Die Feststellung
des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist
oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die
Behebung des Mangels für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann
(Art. 97 Abs. 1 BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt
zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann
die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder
ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung
im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).

2.
2.1 Die am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision; AS
2007 5129), einschliesslich der damit verbundenen Modifikationen anderer
Erlasse wie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG), sind vorliegend nicht anwendbar (vgl. BGE 132
V 215 E. 3.1.1 S. 220). Im Folgenden wird dementsprechend jeweils auf die bis
Ende 2007 gültig gewesene Regelung Bezug genommen.

2.2 Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grundsätze zur
revisionsweisen Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung laufender Invalidenrenten
(Art. 17 Abs. 1 ATSG) sowie zum revisionsrechtlich massgebenden
Vergleichszeitraum (BGE 133 V 108) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Richtig sind auch die Ausführungen über die Aufgabe des Arztes oder der Ärztin
im Rahmen der Invaliditätsbemessung (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261) sowie den
Beweiswert und die Würdigung ärztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351
E. 3a S. 352).

2.3 Zu ergänzen ist, dass sich mit In-Kraft-Treten des ATSG am 1. Januar 2003
und der 4. IV-Revision am 1. Januar 2004 an der materiellen Rechtslage nichts
geändert hat, weshalb die bisherige Praxis weitergeführt werden kann.

3.
3.1 Die IV-Stelle ist gestützt auf die im Revisionsverfahren eingeholten
Gutachten des Dr. med. A.________ vom 25. Oktober 2004 und des Dr. med.
C.________ vom 18. Mai 2005 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes
ausgegangen, hat basierend auf einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit einen
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 27% ermittelt und die ab 1. Mai
1998 zugesprochene halbe Invalidenrente per Ende März 2006 aufgehoben.

3.2 Das kantonale Gericht bestätigte eine Änderung der tatsächlichen
Verhältnisse, gewährte jedoch der Versicherten im Rahmen des
Einkommensvergleichs einen Abzug von 20% vom Invalideneinkommen und sprach ihr
gestützt auf den daraus resultierenden Invaliditätsgrad von 42% eine
Viertelsrente ab 1. April 2006 zu.

3.3 Die IV-Stelle und das BSV rügen die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs
als rechtsfehlerhaft und beantragen die Aufhebung des vorinstanzlichen
Entscheids. Die Versicherte schliesst demgegenüber auf Abweisung der Beschwerde
und macht im Wesentlichen geltend, es sei keine Verbesserung des
Gesundheitszustandes eingetreten und somit kein Revisionsgrund vorhanden. Für
den Fall, dass ein Revisionsgrund bejaht würde, wäre die während zehn Jahren
fehlende Berufspraxis im Rahmen des Leidensabzuges zu berücksichtigen.

4.
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob sich die für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades massgeblichen Voraussetzungen seit Zusprechung der halben
Invalidenrente (Verfügung vom 27. Januar 2000) bis zu deren Aufhebung
(Einspracheentscheid vom 13. Juli 2007) in revisionsrechtlich erheblicher Weise
verändert haben. Unbestritten ist, dass die Versicherte im gesamten zu
beurteilenden Vergleichszeitraum nicht arbeitstätig gewesen war, weshalb eine
Revision aus erwerblichen Gründen von vornherein ausser Betracht fällt. Daher
ist einzig zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand entscheidend verbessert
hat.

4.1 Bei den vorinstanzlichen Feststellungen zum Gesundheitszustand und zur
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person handelt es sich grundsätzlich um
Entscheidungen über eine Tatfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397 ff.). Analoges
gilt auch für die Frage, ob sich eine Arbeits(un)fähigkeit in einem bestimmten
Zeitraum in einem revisionsrechtlich relevanten Sinne verändert hat (Urteil
9C_675/2008 vom 12. Mai 2009 E. 2.2 mit Hinweisen). Die konkrete
Beweiswürdigung stellt eine Tatfrage dar. Dagegen ist die Beachtung des
Untersuchungsgrundsatzes und der Beweiswürdigungsregeln nach Art. 61 lit. c
ATSG Rechtsfrage (BGE 132 V 393 E. 3.2 und 4 S. 397 ff.; Urteil 9C_675/2008 vom
12. Mai 2009 E. 2.2).

4.2 In medizinischer Hinsicht stützte sich die rentenzusprechende Verfügung vom
27. Januar 2000 im Wesentlichen auf ein Gutachten des Spitals B.________ vom 8.
Dezember 1998, in welchem ein zervikonspondylogenes Syndrom mit
Generalisierungstendenz und ein Status nach Kontusion der rechten Hand 3/97
diagnostiziert wurden, sowie in psychischer Hinsicht auf einen Bericht des
Ärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes X.________ vom 13. April 1999, in
welchem auf die durch den Psychiater Dr. med. D.________ im März 1999 gestellte
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung und die daraus resultierende 50%ige
Arbeitsunfähigkeit verwiesen wurde. Zudem lag der IV-Stelle ein Bericht der
Neurologischen und Neurochirurgischen Poliklinik des Spitals Y.________ vom 19.
Januar 1999 vor, in welchem die Diagnose eines zervikozephalen und
zevikobrachialen Syndroms rechtsbetont, Spannungskopfschmerzen mit
migräniformer Komponente, einer generalisierten Fibromyalgie sowie einer
depressiven Anpassungsstörung unter Hinweis auf die vorbestehende Überbelastung
als Mutter von drei kleinen Kindern und einer 100%igen Arbeitstätigkeit
gestellt worden war.

4.3 Der rentenaufhebende Einspracheentscheid vom 13. Juli 2007 basiert im
Wesentlichen auf einem psychiatrischen Gutachten des Dr. med. A.________ vom
25. Oktober 2004 und einem rheumatologischen Gutachten des Dr. med. C.________
vom 18. Mai 2005.
4.3.1 Dr. med. A.________ diagnostizierte eine leichte rezidivierende
depressive Störung und führte aus, die starke Ausbreitungstendenz bei den
Schmerzen lege den Verdacht auf eine psychogene Problematik nahe. Mangels einer
psychosozialen Belastungssituation oder eines emotionalen Konfliktes, der im
Zusammenhang mit dem Schmerzsyndrom stehen würde, könne die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden. Es könne
angenommen werden, dass möglicherweise eine leichte rezidivierende depressive
Störung vorliege, die sich in einer ausgesprochenen Somatisierung manifestiere,
wobei das Ausmass der Depression als sehr klein einzustufen sei. Wohl bestehe
ein gewisser Krankheitswert, ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könne damit
allenfalls aber nur in kleinem Ausmass begründet werden. Die psychiatrische
Symptomatik sei relativ gering und erkläre die subjektive Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in keiner Weise, weshalb auch von einer massiven
Fehlverarbeitung ausgegangen werden müsse. Grundsätzlich sollte es der
Versicherten - so der Facharzt - durchaus möglich sein, etwa sechs bis sieben
Stunden ihrer bisherigen oder einer alternativen Tätigkeit nachzugehen, weshalb
aus psychiatrischer Sicht allenfalls eine etwa 20%ige Arbeitsunfähigkeit
begründet werden könne. Diese Einschränkung bestehe bereits seit Beginn der
Erkrankung im Januar 1997.
4.3.2 Dr. med. C.________ stellte die Diagnose einer generalisierten
Fibromyalgie vom funktionellen Typ, einer Myofascialgie im cervicalen und
Gesichtsbereich, eines unspezifischen panvertebralen Syndroms im Rahmen der
oben erwähnten Fibromyalgie, einer Haltungsinsuffizienz bei muskulärer
Dysbalance sowie migräniformer Kopfschmerzen bei Spannungskopfweh/
Myofascialgie. Aus rheumatologischer Sicht sei die Versicherte in ihrer
angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig. Bei Berücksichtigung ihrer
Fibromyalgie, Myofascialgie sowie der muskulären Schmerzsymptomatik
(funktionell) dürfe eine Leistungsminderung von 20% in Betracht kommen, womit
eine Arbeitseffizienz von 33,6 Stunden pro Woche erwartet werden könne. Diese
Arbeitsfähigkeit hätte rückwirkend ab 1999 zu gelten. Die generalisierte
Schmerzsymptomatik habe sich im "steady state" gehalten und sei von der
Versicherten perseverierend angegeben worden, sodass medizinisch/-theoretisch
gesagt weder eine Verschlechterung noch eine Verbesserung stattgefunden habe.
4.3.3 Das kantonale Gericht hat in einlässlicher und pflichtgemässer Würdigung
der gesamten Aktenlage, namentlich gestützt auf das psychiatrische Gutachten
vom 25. Oktober 2004 und das rheumatologische Gutachten vom 18. Mai 2005
festgestellt, dass in somatischer Hinsicht keine massgebliche Veränderung des
Gesundheitszustandes eingetreten sei. In psychischer Hinsicht hingegen - so die
Vorinstanz - habe sich das Beschwerdebild insofern verändert, als nicht mehr
von einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung und der im Zusammenhang mit
der Überbelastung als Mutter von drei kleinen Kindern und einer 100%igen
Arbeitstätigkeit diagnostizierten ausgeprägten depressiven Anpassungsstörung,
sondern nurmehr von einer leichten rezidivierenden depressiven Störung
ausgegangen werden könne. Sie hielt in Anbetracht dieser veränderten Umstände
sowie deren Auswirkungen auf den Gesundheitszustand eine Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit von 50% auf 80% für nachvollziehbar und bejahte insgesamt eine
revisionsbegründende Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG.
4.3.4 Diese tatsächlichen Feststellungen des kantonalen Gerichts zum
Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten sind für das
Bundesgericht verbindlich, ausser sie wären offensichtlich unrichtig. Das ist
nicht der Fall. Unbestrittenermassen erfüllen die im Rahmen des
Revisionsverfahrens eingeholten Gutachten die von der Rechtsprechung (BGE 125 V
351 E. 3a S. 352) gestellten Anforderungen. In den der rentenzusprechenden
Verfügung vom 27. Januar 2000 zugrundeliegenden Arztberichten war u.a. von
einem multiloculären Schmerzsyndrom in psychosozialer Belastungssituation
(Bericht der Rheumatologischen Klinik des Spitals B.________ vom 10. April
1995), von einem Panvertebralsyndrom mit Verdacht auf psychosoziale
Überlagerung (Bericht der oben erwähnten Klinik vom 29. März 1996), von einer
depressiven Verstimmung mit Erschöpfungsdepression (Bericht des Dr. med.
E.________ vom 4. April 1998), von einer depressiven Anpassungsstörung (Bericht
der Neurologischen und Neurochirurgischen Poliklinik des Spitals Y.________ vom
19. Januar 1999) sowie von einer langanhaltenden somatoformen Schmerzstörung
(Bericht der Frau Dr. med. F.________, Ärztlicher Dienst des Gesundheitsamtes
X.________ vom 13. April 1999 mit Verweis auf die Diagnose des Psychiaters Dr.
med. D.________ vom März 1999) die Rede und die IV-Stelle ging gestützt auf
diese Berichte von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Demgegenüber wurde im
psychiatrischen Gutachten des Dr. med. A.________ vom 25. Oktober 2004
lediglich noch eine leichte rezidivierende depressive Störung diagnostiziert
und der Versicherten sowohl in diesem Gutachten wie auch im rheumatologischen
Gutachten des Dr. med. C.________ vom 18. Mai 2005 aus psychiatrischen Gründen
unter Berücksichtigung der Schmerzsymptomatik eine Arbeitsunfähigkeit von 20%
attestiert. Die vorinstanzliche Feststellung einer Verbesserung des psychischen
Zustandes kann entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht als
offensichtlich unrichtig bezeichnet werden. Soweit sich die Versicherte darauf
beruft, die Gutachter hätten keine Verbesserung, sondern einen stationären
Zustand festgestellt, ist darauf hinzuweisen, dass eine begutachtende Person
bei der Untersuchung eines Exploranden oder einer Explorandin grundsätzlich nur
zuverlässig beurteilen kann, was in diesem Zeitpunkt da ist und was nicht,
wohingegen für einen früheren Zeitpunkt auf die echtzeitlichen Berichte
abzustellen ist. Ebenfalls keine offensichtlich unrichtige
Sachverhaltsfeststellung liegt sodann im vorinstanzlichen Hinweis auf die
Doppel- bzw. Überbelastung der Versicherten und ihre Auswirkung auf den
psychischen Zustand im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und auf die
zwischenzeitlich weggefallene Überbelastung. Wohl waren, wie die
Beschwerdegegnerin geltend macht und was aus dem Abklärungsbericht Haushalt vom
18. August 1998 hervorgeht, die drei Kinder (Jg. 1988, 1990 und 1995) im
Zeitpunkt der Rentenzusprechung im Tagesheim bzw. in einer italienischen
Tagesschule untergebracht, doch ändert dies nichts daran, dass die restliche
Betreuung der Kinder im Zeitpunkt der Rentenzusprechung neben der 100%igen
beruflichen Tätigkeit gemäss den erwähnten Arztberichten zu einer Überbelastung
und zu psychischen Problemen führte, was gemäss aktuellen Gutachten nicht mehr
der Fall ist.
4.3.5 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das kantonale Gericht nicht
offensichtlich unrichtig und somit für das Bundesgericht verbindlich einen
verbesserten psychischen Zustand mit einer nurmehr 20%igen Arbeitsunfähigkeit
festgestellt hat, womit die Voraussetzungen für eine Rentenrevision erfüllt
sind.

5.
Hinsichtlich der durch die IV-Stelle vorgenommenen Invaliditätsbemessung ist
das dem Einkommensvergleich zugrundegelegte Valideneinkommen unbestritten,
weshalb zu einer näheren Prüfung kein Anlass besteht. Auch gegen die
Festsetzung des Invalideneinkommens anhand der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik (LSE) wurden keine Einwände erhoben. Streitig und zu
prüfen ist lediglich der durch das kantonale Gericht vorgenommene
leidensbedingte Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 20%.

5.1 Die Frage, ob ein (behinderungsbedingt oder anderweitig begründeter) Abzug
nach Massgabe der Grundsätze von BGE 126 V 75 vorzunehmen sei, ist rechtlicher
Natur und somit vom Bundesgericht frei überprüfbar (BGE 132 V 393 E. 3.3 S.
399), wohingegen die Höhe des leidensbedingten Abzuges eine typische
Ermessensfrage und letztinstanzlicher Korrektur damit nur dort zugänglich ist,
wo das kantonale Gericht das Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat.

5.2 Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt nach der
Rechtsprechung von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des
konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach
pflichtgemässen Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei erlaubt ein Abzug
vom statistischen Lohn von insgesamt höchstens 25 %, den verschiedenen
Merkmalen, die das Erwerbseinkommen zu beeinflussen vermögen, Rechnung zu
tragen (BGE 126 V 75 E. 5a S. 78 f.). Der Abzug hat nicht automatisch, sondern
dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
kann.

5.3 Die IV-Stelle gewährte der Versicherten keinen Abzug vom Invalideneinkommen
mit der Begründung, durch die Reduktion des Arbeitspensums auf 80% seien die
krankheitsbedingten Einschränkungen bereits berücksichtigt und weitere
Merkmale, die einen Abzug zu rechtfertigen vermöchten, lägen nicht vor. Die
Vorinstanz demgegenüber reduzierte das anhand der LSE ermittelte
Invalideneinkommen um 20% unter Hinweis auf die lange weitgehend gesundheitlich
bedingte Arbeitskarenz von zehn Jahren.

5.4 Die IV-Stelle hat die Vornahme eines Abzuges aus einem der in BGE 126 V 75
erwähnten Gründe, nämlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad zu Recht verneint, was
im vorinstanzlichen Entscheid denn auch nicht beanstandet wurde. Richtig ist
der Einwand der Beschwerdegegnerin, dass diese Aufzählung der persönlichen und
beruflichen Umstände, die einen Abzug rechtfertigen können, grundsätzlich nicht
abschliessend ist. Die Gewährung eines Abzuges muss sich jedoch am damit von
der Rechtsprechung (BGE 126 V 75) verfolgten Zweck orientieren, nämlich
ausgehend von statistischen Werten ein Invalideneinkommen zu ermitteln, welches
der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der noch möglichen
Verrichtungen im Rahmen der (Rest-)Arbeitsfähigkeit am besten entspricht. Wenn
das kantonale Gericht unter Hinweis auf eine "lange weitgehend gesundheitlich
bedingte Arbeitskarenz von fast zehn Jahren" einen Abzug gewährt, übersieht es
zunächst, wie das BSV richtig vorbringt, dass der Versicherten während der
Dauer ihrer Arbeitskarenz eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert war und sie
aus nicht invaliditätsbedingten Gründen keiner Erwerbstätigkeit nachging. Zudem
ist der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin während Jahren nicht mehr im
Erwerbsleben stand, nicht geeignet, ein wesentlich tieferes Einkommen als von
der Verwaltung angenommen, zu begründen. Aufgrund der attestierten Zumutbarkeit
einer Arbeit im Reinigungsdienst oder einer andern Tätigkeit ging nämlich die
IV-Stelle bei der Festsetzung des Invalideneinkommens anhand der LSE vom
Anforderungsniveau 4, einfache und repetitive Tätigkeiten, aus. Sowohl beim
Reinigungsdienst wie bei den übrigen Tätigkeiten im Anforderungsniveau 4 ist
weder eine lange Einarbeitungszeit noch Berufspraxis erforderlich und vermag
demzufolge eine Arbeitskarenz keinen Lohnabzug zu begründen. Dementsprechend
nimmt praxisgemäss auch die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor ab, je
niedriger das Anforderungsprofil ist (vgl. Urteil 9C_382/2007 vom 13. November
2007 E. 6.3 mit Hinweis).

5.5 Zusammenfassend erweist sich der vorinstanzlich gewährte leidensbedingte
Abzug als bundesrechtswidrig, weshalb die Beschwerde der IV-Stelle Basel-Stadt
gutzuheissen und der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom
16. Juli 2008 aufzuheben ist.

6.
Die Gerichtskosten werden der unterliegenden Beschwerdegegnerin auferlegt (Art.
66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des
Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 16. Juli 2008 aufgehoben.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten des vorangegangenen Verfahrens an
das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt zurückgewiesen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt,
der Ausgleichskasse Basel-Stadt, der Pensionskasse Basel-Stadt und dem
Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 24. Juni 2009

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Kopp Käch