Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Kassationshof in Strafsachen 6A.75/2005
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6A.75/2005 /zga

Urteil vom 8. Februar 2006
Kassationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Kolly, Zünd,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

X. _______,
Beschwerdeführer, vertreten durch Fürsprecher Frank Goecke,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090
Zürich,
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4. Abteilung, Postfach, 8090 Zürich.

Probeweise Entlassung / Neubegutachtung (Art. 45 Ziff. 1 Abs. 3 StGB),

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich, 4. Abteilung, vom 16. November 2005.

Sachverhalt:

A.
Vom frühen Morgen bis zum Abend des 24. Dezember 1998 bedrohte, misshandelte
und quälte X._______ seine damalige Freundin ohne ersichtlichen Grund und
unberührt von den ihr bereits zugefügten Verletzungen. Mit seinen Handlungen
brachte er das Opfer in Lebensgefahr.

Am 6. Juli 2000 wurde X._______ im Berufungsverfahren vom Obergericht des
Kantons Zürich wegen Gefährdung des Lebens, Freiheitsberaubung, mehrfacher
Nötigung und mehrfacher einfacher Körperverletzung sowie wegen Diebstahls zu
einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren verurteilt. Anstelle des Vollzugs der
Zuchthausstrafe wurde die Verwahrung nach Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB
angeordnet.  Die dagegen erhobene Nichtigkeitsbeschwerde von X._______ wies
das Bundesgericht am 13. September 2001 ab (vgl. Urteil des Bundesgerichts
6S.846/2000).

B.
Das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich lehnte letztmals am 14. Dezember
2004 im Rahmen der jährlichen Überprüfung die probeweise Entlassung von
X._______ ab. Sowohl die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons
Zürich als auch das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich wiesen die dagegen
erhobenen Beschwerden X._______s am 30. Mai 2005 resp. am 16. November 2005
ab.

C.
X._______ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht und
beantragt, der Entscheid des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben und die Sache
zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens und zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Ausserdem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege
zu gewähren.

D.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich beantragt, die Beschwerde sei
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und verzichtet im Übrigen auf eine
Vernehmlassung. Weitere Stellungnahmen wurden nicht eingeholt.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Art. 43 StGB regelt dem Randtitel nach "Massnahmen an geistig Abnormen",
nämlich die Einweisung in eine Heil- oder Pflegeanstalt und die ambulante
Behandlung (Ziff. 1 Abs. 1) sowie die Verwahrung (Ziff. 1 Abs. 2), die nur
bei Gefährlichkeit in Betracht kommt (BGE 125 IV 118 E. 5b/bb; 123 IV 100 E.
2). Die umstrittene Massnahme im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ist
durch ein Strafgericht auf der Grundlage eines Gutachtens über den
körperlichen und geistigen Zustand des Beschwerdeführers und über seine
Verwahrungs-, Behandlungs- oder Pflegebedürftigkeit (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 3
StGB) angeordnet worden.

1.2 Im hier zu beurteilenden Fall geht es um die probeweise Entlassung aus
der Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 4 Abs. 2 StGB. Die Vorinstanz urteilt als
Rechtsmittelinstanz im Rahmen des bundesrechtlichen Massnahmenvollzugs. Ihr
Urteil ist daher mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechtbar (BGE 122 IV 8
E. 1; 121 IV 303 E. 3).

1.3 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von
Bundesrecht, einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des
Ermessens, gerügt sowie eine unrichtige und unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 104 lit. a und b
OG). Nicht überprüfen kann das Bundesgericht grundsätzlich die Angemessenheit
des angefochtenen Entscheides (Art. 104 lit. c OG). Gemäss Art. 105 Abs. 2 OG
ist das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhalts gebunden, wenn
eine richterliche Behörde als Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich
unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher
Verfahrensbestimmungen festgestellt hat (vgl. BGE 128 III 454 E. 1).

1.4 Im Rahmen einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann auch die Verletzung
verfassungsmässiger Rechte geltend gemacht werden (BGE 122 IV 8 E. 2a). Für
diesen Fall übernimmt die Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Funktion der
staatsrechtlichen Beschwerde.

2.
Die Vorinstanz geht im angefochtenen Entscheid davon aus, dass das im
Strafverfahren erstellte Haupt- und Ergänzungsgutachten der psychiatrischen
Universitätsklinik Zürich vom 4. Mai und 10. August 1999 insbesondere
zusammen mit dem Therapiebericht des psychiatrisch-psychologischen Dienstes
(PPD) des Justizvollzugs des Kantons Zürich vom 15. Juli 2004 angesichts der
insgesamt unveränderten Situation eine ausreichend zuverlässige
Entscheidgrundlage bilde. Die probeweise Entlassung habe deshalb ohne
Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens abgelehnt werden dürfen.

Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Art. 43 Ziff. 4 Abs. 2  i.V.m.
Art. 45 Ziff. 1 StGB insofern, als die Vorinstanz seinem Antrag auf ein neues
Gutachten nicht stattgegeben habe. So sei seit Herbst 2003 eine Trendwende in
Bezug auf seine Einstellung gegenüber dem Massnahmevollzug zu verzeichnen. Er
nehme seit Dezember 2003 regelmässig an der wöchentlichen Therapiesitzung
teil, in deren Rahmen neu auch die Anlasstat thematisiert werde. Im Sommer
2004 sei er von der Abteilung für Suchtprobleme (ASP) in den Normalvollzug
verlegt worden und arbeite in der Gärtnerei. Zudem halte er seine Zelle
sauber und achte auf Hygiene. In der Wohngruppe sei er gut integriert. Es sei
daher fraglos von veränderten Verhältnissen seit der Jahresprüfung 2003
auszugehen. Unter diesen Umständen sei eine Neubegutachtung entgegen der
Auffassung der Vorinstanz angezeigt, zumal die vorhandenen Gutachten vom 4.
Mai und vom 10. August 1999 mit Blick auf die hier interessierenden Fragen
hinsichtlich der Beurteilung der Tat, des Verlaufs seit Tatbegehung, der
Täterpersönlichkeit sowie der Perspektiven an Aktualität eingebüsst hätten.
Vor dem Hintergrund, dass der psychiatrisch-psychologische Dienst (PPD) des
Justizvollzugs des Kantons Zürich keine unabhängige Sachverständigeninstanz
sei, müsse ein Gutachter eine vertiefte Prüfung der genannten Aspekte
aufgrund der aktuellen Daten vornehmen.

2.1 Nach Art. 43 Ziff. 4 StGB beschliesst die zuständige Behörde die
Aufhebung einer Massnahme, wenn ihr Grund weggefallen ist (Abs. 1). Ist der
Grund nicht vollständig weggefallen, so kann die probeweise Entlassung
angeordnet werden. In diesem Fall ist es möglich, den probeweise Entlassenen
unter Schutzaufsicht zu stellen (Abs. 2) und ihm Weisungen zu erteilen (Art.
45 Ziff. 2 StGB).

Beim Entscheid, ob eine probeweise Entlassung in Betracht kommt, ist der
geistige Zustand der fraglichen Person und das von ihr ausgehende Risiko
künftiger Straftaten zu prüfen (BGE 122 IV 8 E. 3a S. 16). Es muss untersucht
werden, ob die Gründe für die Massnahme fortbestehen oder ob sie ganz oder
teilweise weggefallen sind. Auch wenn es zutrifft, dass dabei keine
grundsätzlich andere Beweislast gilt als bei der Anordnung der Massnahme
(Matthias Brunner, Straf- und Massnahmenvollzug, in: Marcel Alexander
Niggli/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Strafverteidigung, Basel/Genf/München
2002, N. 6.104), steht bei der periodischen Prüfung nach Art. 45 Ziff. 1 StGB
notwendigerweise die Frage im Vordergrund, ob in der Zwischenzeit Änderungen
eingetreten sind, welche die Gefahr weiterer Straftaten durch den
Eingewiesenen erheblich geringer erscheinen lassen (vgl. Marianne Heer,
Basler Kommentar, Strafgesetzbuch I, Basel 2003, Art. 43 N. 240).

Besonders bei Verwahrten ist es oft schwierig, das Fortbestehen der
Gefährlichkeit zuverlässig zu beurteilen, weil das Leben in der Anstalt nur
eingeschränkte Möglichkeiten bietet, die Veränderungen der Gefährlichkeit
eines Täters objektiv belegen zu können. Um diesen Schwierigkeiten zu
begegnen, erfolgt der Vollzug der Massnahmen in der Regel nach einem
mehrstufigen Plan. Dabei werden entsprechend therapeutischen Fortschritten
Vollzugslockerungen gewährt. Die dabei gemachten Erfahrungen bilden eine
wesentliche Grundlage beim Entscheid, ob eine probeweise Entlassung in
Betracht kommt (Heer, a.a.O., Art. 43 N. 245 f.; Brunner, a.a.O., N. 6.105,
der aber auch vor einer Überschätzung der Erfahrungen bei den
Vollzugslockerungen warnt).

2.2 Bei der jährlichen Überprüfung einer probeweisen Entlassung gemäss Art.
45 Ziff. 1 StGB besteht grundsätzlich keine Pflicht zur Einholung eines
psychiatrischen Gutachtens. Das Gesetz verlangt lediglich, dass vor dem
Entscheid ein Bericht der Anstaltsleitung eingeholt werde. Allerdings kann
bei besonderen Umständen, insbesondere bei langdauernder Inhaftierung, der
Beizug eines Psychiaters, der sich bisher mit dem Fall nicht befasst hat,
geboten sein (BGE 128 IV 241 E. 3.2 E. 245; 121 IV 1 E. 2 S. 2). Im Übrigen
ist es nach der Rechtsprechung zulässig, beim Entscheid ältere Gutachten
heranzuziehen, wenn sich die Verhältnisse seit deren Erstellung nicht
erheblich verändert haben, die früheren gutachterlichen Feststellungen mithin
noch aktuell sind. Bei der Frage der Aktualität knüpft das Bundesgericht
nicht an das formale Kriterium eines bestimmten Alters an; vielmehr ist
relevant, ob Gewähr dafür besteht, dass eine Beurteilung aufgrund der
seitherigen Entwicklung noch immer zutrifft. Bei der Würdigung von
Gefährlichkeitsprognosen ist freilich zu beachten, dass diese nicht für
längere Zeiträume zuverlässig gestellt werden können (vgl. BGE 128 IV 241 E.
3.4 S. 247 f.; Brunner, a.a.O., N. 6.155).

2.3 Das einzig hier vorhandene Gutachten ist das im Strafverfahren erstellte
Haupt- und Ergänzungsgutachten der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
vom 4. Mai und 10. August 1999. Im Zeitpunkt des Entscheids über die
probeweise Entlassung vom 14. Dezember 2004 war es bereits über fünfeinhalb
Jahre alt. Diesem Gutachten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an
einer dissozialen und Borderline-Persönlichkeitsstörung mit emotionaler und
verhaltensbezogener Symptomatik leidet. Diese Persönlichkeitsstörung liege
situationsüberdauernd vor und lasse sich durch die Merkmale gesteigerter
Erregbarkeit, mangelnder Empathiefähigkeit, erhöhter Aggressionsbereitschaft
und Stimmungslabilität charakterisieren. Es bestehe die Gefahr der Begehung
weiterer Straftaten, konkret von Gewalttaten, in erster Linie gegenüber dem
Opfer des Anlassdelikts, möglicherweise auch gegenüber anderen
Verfahrensbeteiligten. Sowohl hinsichtlich Behandlungsfähigkeit und
-bereitschaft lägen ungünstige Voraussetzungen vor, zumal der
Beschwerdeführer jegliche Annahme einer psychischen Störung von sich weise.
Ansatzpunkte für eine Behandlung seien nicht gegeben. Es bestehe vielmehr der
Eindruck, dass sich die aggressiven Positionen des Beschwerdeführers
verfestigten. Angesichts der mangelnden Fähigkeit der gedanklichen
Distanzierung von eigenen Positionen (gedankliche Starre) könne auch nicht
erhofft werden, dass unter dem Eindruck von Haft "Einsichten" erfolgen
würden. Wahrscheinlicher sei, dass Wut und Verbitterung und damit auch das
Potenzial fremd- wie selbstaggressiver Verhaltensweisen anstiegen. Vor dem
Hintergrund dieser Persönlichkeitsentwicklung seien Behandlungserfolge
allenfalls langfristig zu erwarten. Da keine alternativen Möglichkeiten der
Verhaltensbeeinflussung erkennbar seien, sei es unter pragmatischen
Gesichtspunkten dennoch ratsam, trotz ungünstiger Voraussetzungen
hinsichtlich Behandlungsbereitschaft und Behandlungsfähigkeit einen
befristeten Therapieversuch zu unternehmen.

2.4 In der Folge erstattete der psychiatrisch-psychologische Dienst des
Justizvollzugs des Kantons verschiedene Therapieberichte. Von Interesse sind
hier insbesondere diejenigen vom 15. Juli 2004 und 15. Juli 2005. Diesen ist
zu entnehmen, dass die im Gutachten beschriebenen Persönlichkeitsmerkmale und
Verhaltensauffälligkeiten noch immer beobachtbar seien. Die gestellte
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit dissozialen, emotionalen sowie
narzisstischen Zügen wird insofern bestätigt. Weiter geht aus den
Therapieberichten hervor, dass es dem Beschwerdeführer an einem
grundsätzlichen Problembewusstsein fehle, weshalb sich keine
Veränderungsmotivation entwickeln lasse. In der Therapieabklärung habe dem
Beschwerdeführer keine Therapiemotivation attestiert werden können. Dennoch
sei wegen seiner Therapiebedürftigkeit erneut ein Behandlungsversuch
gestartet worden. Bis anhin hätten erste kleine Schritte zu einer tragfähigen
Beziehungsgestaltung erarbeitet werden können. Die Therapiesitzungen benutze
der Beschwerdeführer hauptsächlich, um seiner Frustration, seinem Ärger und
seiner Verzweiflung Raum zu geben. Tag um Tag setze er sich mit seinem Recht
auf "Befriedung" auseinander und berechne ausführlich, wie viel Geld ihm der
Kanton Zürich bzw. das Justizdepartement schulde. Dabei komme er auf 15-30
Millionen Franken. Nach wie vor drohe er mit Attentaten und Morden, sollte
seinen "Friedensbemühungen" nicht nachgekommen werden. In seinen Augen sei er
zu Unrecht verurteilt worden und verlange dafür Wiedergutmachung. Seine
Resozialisierung im eigentlichen Sinne stehe nicht in seinem Interesse. Ein
psychotherapeutischer Veränderungsprozess finde daher nicht statt. Ob sich
eine Veränderungsmotivation überhaupt erarbeiten lasse, erscheine aufgrund
des fehlenden Problembewusstseins weiterhin sehr fraglich. Eine
deliktorientierte Psychotherapie zur Besserung der Legalprognose sei derzeit
nicht möglich.

Aus dem Führungsbericht der Anstaltsleitung vom 17. August 2004 geht
schliesslich hervor, dass dem Beschwerdeführer von seinen Betreuern ein
korrektes Verhalten bescheinigt werde. In disziplinarischer Hinsicht seien
jedoch zwei Vorkommnisse wegen Schimpftiraden und Drohungen gegenüber
Vollzugsangestellten (19. September 2003) sowie wegen Tätlichkeit gegenüber
einem Mitinsassen (12. März 2004) zu verzeichnen. Auch der Sozialdienst der
Anstalt attestiert dem Beschwerdeführer am 5. November 2004 in einer
Stellungnahme zu einem Urlaubsgesuch ein recht gutes Verhalten im Vollzug,
weist aber gleichzeitig auf die ernstzunehmenden Drohungen des
Beschwerdeführers gegen Personen, die ihm mit der Inhaftierung vermeintlich
Unrecht angetan hätten, und seine Rachegedanken hin.

2.5 Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht festhält, bestehen
keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Grundlagen der Begutachtung
verändert hätten. So ergibt sich namentlich aus den referierten
Therapieberichten, dass die vom Gutachter diagnostizierte
Persönlichkeitsstörung nach wie vor besteht und aufgrund des fehlenden
Problembewusstseins bzw. der Einsichtslosigkeit des Beschwerdeführers eine
Therapie bislang nicht hat stattfinden können. Damit haben sich aber die
bereits im Gutachten genannten Befürchtungen betreffend Therapierbarkeit des
Beschwerdeführers durch die seitherige Entwicklung bewahrheitet. Die
Vorinstanz hatte insofern keinen Anlass, die gutachterliche Beurteilung zu
hinterfragen. In der Beschwerde an das Bundesgericht werden ebenfalls keine
Umstände dargetan, die auf eine erhebliche Veränderung des psychischen
Zustands und mithin der Gefährlichkeit des Beschwerdeführers schliessen
liessen. Wohl bemüht sich dieser im Vollzugsalltag um ein anstandsloses
Verhalten, was - mit Blick auf die frühere Verweigerungshaltung - von der
Vorinstanz denn auch als Fortschritt anerkannt wird. Bei seiner Kritik
verkennt er indes, dass sich daraus keine prognose-relevanten Veränderungen
in Bezug auf seine Gefährlichkeit ableiten lassen. Von einer "Trendwende"
seit Herbst 2003 kann insofern entgegen seiner Ansicht nicht gesprochen
werden. Soweit sich der Beschwerdeführer in dieser Hinsicht von den
tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz entfernt, zeigt er nicht auf,
dass diese offensichtlich unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung von
wesentlichen Verfahrensbestimmungen zustande gekommen wären (vgl. vorne E.
1.3). Unbehelflich ist auch sein Verweis auf den nicht publizierten
Bundesgerichtsentscheid vom 21. September 2005 (6A.7/2005). Denn im damaligen
Fall ergaben sich aus den Jahresberichten - anders als hier - keine Hinweise
auf fremdgefährdende Verhaltensweisen und eine Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit wurde explizit verneint. Dass sich die Therapieberichte bzw. das
Gutachten schliesslich zu eigentlichen Vollzugslockerungen nicht aussprechen,
ist ebenfalls nicht zu beanstanden, kommen solche doch nur unter Vorbehalt
eines - hier nicht gegebenen - positiven Verlaufs der Therapie in Frage (vgl.
dazu Brunner, a.a.O., 6.95; Heer, a.a.O., Art. 45 N. 17). Unter diesen
Umständen nimmt die Vorinstanz zu Recht an, dass das Gutachten aus dem Jahre
1999 angesichts der persistierenden Grundproblematik bzw. mangels erheblich
veränderter Verhältnisse immer noch Gültigkeit beansprucht. Im Lichte der
angeführten Rechtsprechung hat sie daher, ohne Bundesrecht zu verletzen, auf
die Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens verzichten dürfen.

3.
Der Beschwerdeführer rügt Art. 29 Abs. 3 BV als verletzt. Er macht geltend,
die Vorinstanz habe sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege - trotz
intakter Prozesschancen - mit der Begründung abgewiesen, die Beschwerde sei
aussichtslos.

Art. 29 Abs. 3 BV nennt das Kriterium der Nichtaussichtslosigkeit
ausdrücklich als allgemeine Anspruchsvoraussetzung (vgl. BGE 128 I 225 E.
2.5; 117 Ia 277 E. 5a). Parteistandpunkte sind als aussichtslos anzusehen,
wenn die Aussichten des prozessualen Obsiegens beträchtlich geringer sind als
die des Unterliegens. Wenn sich Gewinn- und Verlustchancen ungefähr die Waage
halten oder wenn das Obsiegen nur wenig unwahrscheinlicher erscheint, liegt
keine Aussichtslosigkeit vor. Massgeblich ist, ob eine Partei, die über die
nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zum
Prozess entschliessen würde. Ein Rechtsuchender soll einen Prozess, den er
auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen
können, weil er ihn nichts kostet. Ob im Einzelfall genügende
Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich nach den Verhältnissen zur Zeit,
in der das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt wurde (BGE 128 I
225 E. 2.5.3 S. 236 mit Hinweisen).

Die Vorinstanz legte den geistigen Zustand des Beschwerdeführers anhand des
Gutachtens aus dem Jahre 1999, der Therapieberichte des PPD und dem
Führungsbericht der Anstaltsleitung dar. Im psychiatrischen Gutachten war
beim Beschwerdeführer eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert und die
Legalprognose als ungünstig eingestuft worden. Die Therapieberichte des PPD
schliessen sich der gestellten Diagnose des Gutachters an und attestieren dem
Beschwerdeführer weder ein Problembewusstsein noch eine
Veränderungsmotivation. Bei dieser Sachlage bestand (im massgeblichen
Zeitpunkt des Rekursentscheids vom 16. November 2005) offensichtlich kein
Anlass, ein neues psychiatrisches Gutachten einzuholen. Die Vorinstanz hat
das Armenrechtsgesuch des Beschwerdeführers folglich zu Recht wegen
Aussichtslosigkeit verweigert. Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 3 BV liegt
nicht vor.

4.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist demnach abzuweisen. Angesichts der
Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren kann das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege nicht gutgeheissen werden (Art. 152 OG). Der Beschwerdeführer
wird folglich kostenpflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG ). Den angespannten
finanziellen Verhältnissen ist mit einer reduzierten Gerichtsgebühr Rechnung
zu tragen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Amt für Justizvollzug des
Kantons Zürich, Amtsleitung und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4.
Abteilung, sowie dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. Februar 2006

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Die Gerichtsschreiberin: