Sammlung der Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts
Collection des arrêts du Tribunal fédéral suisse
Raccolta delle decisioni del Tribunale federale svizzero

Kassationshof in Strafsachen 6A.18/2005
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6A.18/2005 /pai

Urteil vom 5. Juli 2005
Kassationshof

Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Kolly,
Gerichtsschreiber Näf.

X. ________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rolf Schmid,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090
Zürich,
Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4. Abteilung, Postfach, 8090 Zürich.

Verweigerung der bedingten Entlassung,

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich, 4. Abteilung, vom 11. Februar 2005.

Sachverhalt:

A.
A.a Der am 13. August 1969 geborene X.________ wurde mit Strafbefehl der
Bezirksanwaltschaft Zürich vom 7. November 1991 wegen Fahrens in
angetrunkenem Zustand zu einer Busse von Fr. 1'600.-- verurteilt. Die
Strafuntersuchung betreffend die (von ihm bestrittenen) Anschuldigungen des
Raubversuchs, Notzuchtversuchs und der Körperverletzung zum Nachteil einer
betäubungsmittelabhängigen Prostituierten wurde eingestellt.

A.b Am 26. Mai 1996 verursachte X.________ in Zürich mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,89 Gewichtspromillen einen
Selbstunfall. Der Einzelrichter für Zivil- und Strafsachen am Bezirksgericht
Zürich sprach ihn am 10. Januar 1997 schuldig des Fahrens in angetrunkenem
Zustand und der Verletzung von Verkehrsregeln, bestrafte ihn mit 3 Monaten
Gefängnis, ordnete eine ambulante Massnahme nach Art. 44 Ziff. 1 StGB an und
schob den Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten der ambulanten Massnahme auf.

A.c Am 13./14. Oktober 1998 nahm X.________ die betäubungsmittelabhängige
Prostituierte R. zu sich nach Hause. Der  vereinbarte Oralverkehr führte
nicht zum Ziel. In der Folge verlangte  X.________ von R. Analverkehr, was
diese ablehnte. Darauf drang er mit der dazu nötigen Gewalt anal in R. ein,
danach unter Kraftanwendung vaginal und hierauf wieder anal. Während der
anschliessenden Autofahrt zum Limmatplatz zurück verlangte er von R. erneut
Oralverkehr und drückte dazu ihren Kopf auf seinen inzwischen entblössten
Geschlechtsteil. Während eines scharfen Bremsmanövers bei einer Kreuzung
konnte R. aus dem fahrenden Auto springen.

Das Bezirksgericht Zürich sprach den nicht geständigen X.________ mit Urteil
vom 5. Oktober 1999 schuldig der Vergewaltigung, der sexuellen Nötigung, der
Drohung und ferner der Hehlerei und bestrafte ihm mit 3 Jahren Zuchthaus. Die
dagegen erhobene Berufung zog X.________ am 5. September 2000 zurück.

A.d Bereits am 28. Mai 1999 hatte das kantonale Amt für Straf- und
Massnahmevollzug (heute: Amt für Justizvollzug) den Vollzug der vom
Einzelrichter am 10. Januar 1997 angeordneten ambulanten Massnahme
eingestellt und beim Gericht den Vollzug der aufgeschobenen Gefängnisstrafe
von 3 Monaten beantragt.

A.e Mitte September 1999 nahm X.________ die betäubungsmittelabhängige G. zu
sich in die Wohnung, nachdem man vaginalen Verkehr vereinbart hatte. G.
wollte nach erbrachter Leistung gehen, was X.________ nicht zuliess. Er
packte sie im Arm- und Schulterbereich, drückte sie in Bauchlage auf das Bett
zurück und verkehrte gegen ihren Willen anal mit ihr. Anschliessend drückte
er sie nunmehr in Rückenlage auf das Bett, um den vaginalen Verkehr zu
vollziehen. G. gelang es dabei, X.________ in den Bauch zu treten, worauf sie
in die Toilette flüchtete. Nachdem dieser ihr das ganze Geld weggenommen
hatte, warf er sie aus der Wohnung. Am 12. Mai 2000 erhob die
Bezirksanwaltschaft Anklage (act. 10/23).

A.f Drei Tage vor der Gerichtsverhandlung wegen der Vergewaltigung von R., am
2. Oktober 1999, traf X.________ an der Langstrasse auf T., die auf ihr Taxi
wartete und von einem Angetrunkenen belästigt wurde. X.________ bot ihr seine
Hilfe an und lud sie zu sich nach Hause zum Übernachten ein, womit sich T.
nach einigem Zögern einverstanden erklärte. Auf sein Betreiben hin schlief T.
nicht, wie vorgesehen, auf dem Sofa, sondern im Schlafzimmer, wo er sie
sofort sexuell bedrängte. Nach entsprechenden Drohungen war T. bereit, ihn
manuell zu befriedigen, wobei er nicht zum Erguss kam. Nun verlangte er von
T. oralen Verkehr, wozu sie nicht bereit war. Er packte sie am Genick und
drückte ihren Kopf bzw. Mund auf sein Glied und zog sie dabei regelmässig an
ihrem entzündeten Arm. Er kam nicht zum Orgasmus. Danach verlangte er
Geschlechtsverkehr von ihr, was sie ablehnte, worauf er ihre Brüste leckte,
ihr einen Zungenkuss gab und auf Geschlechtsverkehr beharrte. T. gelang es
schliesslich, aus der Wohnung zu fliehen.

Das Bezirksgericht Zürich sprach den wiederum nicht geständigen X.________
mit Urteil vom 23. August 2000 schuldig der versuchten Vergewaltigung, der
mehrfachen sexuellen Nötigung sowie ferner des Diebstahls und der mehrfachen
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und bestrafte ihn mit 4 Jahren
und 6 Monaten Zuchthaus. Die dagegen erhobene Berufung zog X.________ am 16.
Februar 2001 zurück.

A.g Mit Verfügung vom 14. Dezember 2000 ordnete der Einzelrichter für Zivil-
und Strafsachen am Bezirksgericht Zürich den Vollzug der Strafe von 3 Monaten
Gefängnis gemäss Urteil vom 10. Januar 1997 im Umfang von 2 Monaten an.

B.
B.a Seit dem 23. August 2000 ist X.________ im Strafvollzug. Am 1. Februar
2001 trat er in die Strafanstalt Pöschwies ein. Seit 26. April 2001 befindet
er sich im Normalvollzug. Für die Zeit ab 7. März 2002, nach Verbüssung eines
Drittels der Strafe, wurden Vollzugslockerungen in Form von begleiteten und
unbegleiteten Urlauben mit Alkoholkonsumverbot vorgesehen, hernach für Juni
2003 die Versetzung in den offenen Vollzug und ab Januar 2004 die Versetzung
in die Halbfreiheit im Haus Lägern. Verschiedentlich ergaben sich Probleme im
Strafvollzug wie auch bei der Gewährung der Urlaube. Deshalb wurden ihm
Urlaube teilweise verweigert. Angesichts der zahlreichen disziplinarischen
Bestrafungen drohte der Sonderdienst X.________ am 6. August 2004 den
Widerruf der Urlaubsbewilligung an, falls sich sein Verhalten nicht bessern
sollte.

B.b Auf einen Bericht des Sonderdienstes der Strafanstalt Pöschwies hin
lehnte X.________ eine Therapie ebenso wie Lernprogramme kategorisch ab mit
der Begründung, wo kein Delikt geschehen sei, sei auch keine
Deliktverarbeitung nötig. Die Strafanstalt Pöschwies wies das von X.________
am 2. Dezember 2002 gestellte Gesuch zur Versetzung ins Haus Lägern am 31.
Januar 2003 ab. In der Folge fand am 25. Februar 2003 ein "Runder Tisch"
statt. X.________ verweigerte die Teilnahme daran. Am "Runden Tisch" wurden
sowohl die Aufarbeitung des Alkoholproblems als auch die Auseinandersetzung
mit den Delikten und der Persönlichkeit im Rahmen einer freiwilligen Therapie
für X.________ als dringend erforderlich erachtet.

Am 28. August 2003 wies die Direktion der Justiz den von X.________
erhobenen Rekurs gegen die Verweigerung der Versetzung in den offenen Vollzug
ab. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich wies eine dagegen erhobene
Beschwerde am 9. Dezember 2003 ab.

X. ________ verweigerte jeglichen Kontakt mit dem
Psychiatrisch-Psychologischen Dienst (PPD). Urlaube wurden ihm weiterhin
gewährt.

C.
Am 16. April 2004 stellte X.________ das Gesuch um bedingte Entlassung auf
den frühest möglichen Zeitpunkt (24. September 2004). Die Strafanstalt
Pöschwies stellte sich dagegen.

C.a Das Amt für Justizvollzug, Sonderdienst, wies das Gesuch am 27. Juli 2004
ab.

C.b Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Direktion der Justiz und des
Inneren (Justizdirektion) am 21. September 2004 ab, soweit sie darauf
eintrat.

C.c Mit Entscheid vom 11. Februar 2005 wies das Verwaltungsgericht des
Kantons Zürich, 4. Abteilung, Einzelrichter, die dagegen erhobene Beschwerde
ab.

D.
X.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, es sei der
Entscheid des Einzelrichters der 4. Abteilung des Verwaltungsgerichtes des
Kantons Zürich vom 11. Februar 2005 vollumfänglich aufzuheben und er sei
unverzüglich bedingt aus der Haft zu entlassen. Zudem ersucht er um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Der angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich ist
ein auf Bundesrecht gestützter letztinstanzlicher kantonaler Entscheid,
welcher der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht unterliegt
(Art. 97 Abs. 1 OG i.V.m. Art. 5 und Art. 61 VwVG). Dem unmittelbar
Betroffenen steht das Beschwerderecht zu (Art. 103 lit. a OG). Die Eingabe
erfolgte innert gesetzlicher Frist (Art. 106 Abs. 1 OG). Auf die Beschwerde
ist daher einzutreten.

1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann beim Bundesgericht die
Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des
Ermessens sowie eine unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 104 lit. a und b OG).
Nicht überprüfen kann das Bundesgericht grundsätzlich die Angemessenheit des
angefochtenen Entscheides (vgl. Art. 104 lit. c OG). Gemäss Art. 105 Abs. 2
OG ist das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhalts gebunden, wenn
eine richterliche Behörde als Vorinstanz den Sachverhalt nicht offensichtlich
unrichtig, unvollständig oder unter Verletzung wesentlicher
Verfahrensbestimmungen festgestellt hat. An die Begründung der Begehren ist
es nicht gebunden (Art. 114 Abs. 1 OG).

2.
2.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Darstellung der Vorinstanz, wonach ihm mit
Entscheid vom 9. Dezember 2003 die Versetzung in die Halbfreiheit verweigert
worden sei, sei aktenwidrig. Mit jenem Entscheid sei das Gesuch um Versetzung
in eine offene Anstalt abgewiesen worden. Das Durchlaufen aller
Vollzugsstufen gelte aber ohnehin bloss als Regel, weshalb das Überspringen
der Stufe der Halbfreiheit nicht als guter Grund für die Verweigerung der
bedingten Entlassung herangezogen werden dürfe (Beschwerdeschrift S. 6).

Es trifft zu, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen (angefochtener
Entscheid E. 3.2 S. 10 unten) fälschlicherweise ausgeführt hat, das
Verwaltungsgericht habe dem Beschwerdeführer am 9. Dezember 2003 die
Versetzung in die Halbfreiheit verweigert. In der Darstellung des
Sachverhaltes ist aber richtigerweise von einer Verweigerung der Versetzung
in den offenen Vollzug die Rede (angefochtener Entscheid S. 5 unten). Der
offene Vollzug stellt allerdings bloss eine Phase im so genannten
Normalvollzug gemäss Art. 37 Ziff. 3 StGB dar (Benjamin F. Brägger, Basler
Kommentar, StGB I, Art. 37 N 17), steht also im progressiven Vollzug vor der
Halbfreiheit gemäss Art. 37 Ziff. 3 Abs. 2 StGB. Darauf braucht indessen
nicht weiter eingegangen zu werden. Nicht bestritten ist nämlich, dass der
Beschwerdeführer die Stufe der Halbfreiheit noch nicht erreicht hat. Die
bedingte Entlassung ist indessen entgegen den Andeutungen in der
Beschwerdeschrift (Ziff. 9 S. 6/7) nicht mit der Begründung verweigert
worden, dass der Beschwerdeführer weder in den offenen Vollzug noch in die
Halbfreiheit versetzt worden ist. In diesem Punkt ist auf die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten.

2.2 Der Beschwerdeführer rügt im Weiteren, die Darstellung der Vorinstanz, er
habe sich mehrfach nicht am vereinbarten Ort gemäss Urlaubsprogramm
aufgehalten, sei ebenso aktenwidrig wie die vorinstanzliche Annahme,  er habe
mehrmals Drogen eingeführt. Richtig sei, dass er einmal, nämlich am 7. Juni
2003, das Urlaubsprogramm nicht eingehalten habe und dass er im Strafvollzug
lediglich im Besitz von Drogen angetroffen worden sei. Er habe dieselben
weder in die Vollzugsanstalt hineingeschmuggelt noch damit gehandelt
(Beschwerdeschrift Ziff. 6 S. 4).

In der Tat sind die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz zum
Sachverhalt ungenau (S. 4/5). Tatsächlich hat der Beschwerdeführer keine
Drogen eingeführt ("exkl. Schmuggel") und sich nur einmal (nämlich am 7. Juni
2003) nicht am vereinbarten Ort gemäss Urlaubsprogramm aufgehalten. Die
beiden anderen Missbräuche gemäss dem Urteil betrafen einen zu späten
Telefonkontrollanruf und einen Verstoss gegen das Alkoholkonsumverbot (vgl.
act. 10/31/1). Diese Ungenauigkeiten bei der Wiedergabe des Sachverhaltes
sind indessen nicht relevant. Entscheidend ist, dass die Vorinstanz die
genannten Tatsachen in ihren materiellen Erwägungen zur Sache zutreffend
festgehalten hat (angefochtener Entscheid Ziff. 4.4.1 S. 16). Sollte der
Beschwerdeführer eine mangelhafte Feststellung des Sachverhaltes im Sinne von
Art. 105 Abs. 2 OG geltend gemacht haben, so könnte seiner Rüge nach dem
Gesagten kein Erfolg beschieden sein. Sie ist demnach abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.

3.
3.1 Hat der zu Zuchthaus oder Gefängnis Verurteilte zwei Drittel der Strafe
verbüsst, so kann ihn die zuständige Behörde bedingt entlassen, wenn sein
Verhalten während des Strafvollzuges nicht dagegen spricht und anzunehmen
ist, er werde sich in der Freiheit bewähren (Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).
Die bedingte Entlassung ist die vierte Stufe des Strafvollzugs und deshalb in
der Regel anzuordnen. Davon darf nur aus guten Gründen abgewichen werden. Wie
bei der Gewährung des bedingten Strafvollzugs ist auch bei der bedingten
Entlassung für die Beurteilung des künftigen Wohlverhaltens eine
Gesamtwürdigung vorzunehmen, um eine möglichst zuverlässige Grundlage für die
Prognose zu erhalten. Es sind somit das gesamte Vorleben, die Persönlichkeit
sowie das deliktische und sonstige Verhalten des Täters zu untersuchen.
Umstände der Straftat sind insoweit beachtlich, als sie Rückschlüsse auf die
Täterpersönlichkeit und damit auf das künftige Verhalten erlauben. Im Rahmen
der Gesamtwürdigung sind neben dem Vorleben und der Persönlichkeit vor allem
die neuere Einstellung, der Grad der Reife einer allfälligen Besserung und
die nach der Entlassung zu erwartenden Lebensverhältnisse des Täters zu
prüfen (BGE 124 IV 193 E. 3; zum Prognoseentscheid ausführlich Urteil
6A.15/2001 vom 21. März 2001).

3.2
3.2.1Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe seine bedingte
Entlassung im Wesentlichen mit der Begründung abgelehnt,  dass er sich
geweigert habe, sich einer freiwilligen Therapie zu unterziehen, weshalb ihm
insgesamt keine günstige Legalprognose gestellt werden könne. Diese
Einschätzung stehe im Widerspruch zur Verfügung des Sonderdienstes vom 2.
März 2002, worin ihm ausdrücklich und vorbehaltlos eine positive
Legalprognose gestellt worden sei. Die nunmehr gegenteilige Beurteilung sei
willkürlich.
Weder die Untersuchungsbehörden noch die Gerichte hätten eine
Therapiebedürftigkeit des Beschwerdeführers in Betracht gezogen, sei doch nie
eine Begutachtung angeordnet worden. Die Anordnung zur Teilnahme an einer
freiwilligen Therapie komme einer unzulässigen Nachprüfung der Strafurteile
gleich. Wenn er sich gegen eine solche stelle, so habe er damit keinesfalls
einen guten Grund für die Verweigerung der bedingten Entlassung gesetzt
(Beschwerdeschrift Ziff. 7 S. 5/6).

3.2.2 Die Vorinstanz führte aus, die Frage der bedingten Entlassung
entscheide sich daran, ob dem Beschwerdeführer aufgrund der zu prüfenden
Umstände eine günstige Legalprognose gestellt werden könne. Ablehnendes
Verhalten eines zu einer Freiheitsstrafe verurteilten Sexualstraftäters
gegenüber therapeutischer Unterstützung beraube die Vollzugsbehörden der
Möglichkeit, positive Veränderungen in der Einstellung zu den Delikten
objektiv festzustellen. Die Vollzugsbehörde habe den Beschwerdeführer
aufgefordert, sich zur Verbesserung der ungünstigen Legalprognose einer
freiwilligen Therapie zu unterziehen. Sollte indessen die therapierende
Person des PPD bereits nach einem Abklärungsgespräch zur Einschätzung
gelangen, dass sich für den Beschwerdeführer die Teilnahme an einer Therapie
mangels therapeutisch aufzuarbeitender Probleme erübrige, hätte er seiner
Mitwirkungspflicht zur Erreichung des Vollzugsziels Genüge getan. Der
Beschwerdeführer sei in erster Linie dazu verpflichtet worden, an einem
Gespräch teilzunehmen, um seine Therapiebedürftigkeit abklären zu lassen. Die
Befugnis der Behörde dazu ergebe sich bereits aus § 30 Ziff. 3 StVG, wonach
der Eingewiesene "auch später" durch Fachkräfte darauf hin zu prüfen sei, mit
welchen Förderungsmassnahmen und Behandlungen das Vollzugsziel erreicht
werden könne. Ausserdem lege der Vollzugsplan nach § 77 Abs. 2 JVV auch den
Therapiebedarf fest. Der Vollzugsplan müsse den Bedürfnissen des Verurteilten
und dem Verlauf des Strafvollzugs angepasst werden können. Es erscheine daher
durchaus zulässig, auch in einem späteren Zeitpunkt den Therapiebedarf mit
der verurteilten Person abzuklären und deren Probleme therapeutisch
aufzuarbeiten, auch wenn vom Strafgericht keine Massnahme  angeordnet worden
sei. Dafür spreche auch BGE 124 IV 193 E. 4d/bb, wonach die Möglichkeit einer
Krisenintervention durch gezielte sozialtherapeutische Angebote bestünde. Im
Übrigen sei die therapeutische Unterstützung im Unterschied zu einer
Massnahme nach Art. 43 StGB aus praktischen Gründen zeitlich befristet, und
die Kapazität des PPD reiche nicht aus, um therapeutische Unterstützung im
selben Umfang und in derselben Form wie bei einer angeordneten Massnahme zu
gewähren (angefochtener Entscheid E. 4.1 und 4.2 S. 12 f.).
3.2.3 Der Beschwerdeführer kann aus dem Umstand, dass ihm der Sonderdienst
des Justizvollzugs des Kantons Zürich am 2. März 2002 (act. 10/30) eine
günstige Legalprognose gestellt hat, deshalb nichts zu seinen Gunsten
ableiten, weil sowohl der Sonderdienst als auch die Strafanstalt Pöschwies
wie die Direktion der Justiz und das Verwaltungsgericht (in einem früheren
Entscheid) von einer grundlegend anderen Beurteilung ausgegangen waren (vgl.
angefochtener Entscheid S. 4-6 und dortige Hinweise). Von Willkür kann
jedenfalls keine Rede sein.

Die Anordnung einer freiwilligen deliktsorientierten Therapie verstösst nach
der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz nicht gegen Bundesrecht. Es kann
auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid (S. 11-14) verwiesen werden.
Ergänzend ist auf Art. 46 Ziff. 2 StGB hinzuweisen, wonach in der Anstalt die
dem seelischen, geistigen und körperlichen Wohl der Eingewiesenen dienenden
geeigneten Massnahmen zu treffen und die entsprechenden Einrichtungen
bereitzustellen sind. Darunter fallen auch psychologische oder andere
geeignete Betreuungsangebote (Andrea Baechtold, Basler Kommentar, StGB I,
Art. 46 N 17), insbesondere auch die psychotherapeutische Begleitung (Urteil
6S.183/1996 vom 27. September 1998).

3.3
3.3.1Die Vorinstanz setzte sich im Weiteren mit der Tatsache auseinander,
dass der Beschwerdeführer nach wie vor die Begehung der Delikte, für die er
verurteilt wurde, bestreitet. Sie führte aus, eine Straftäterbehandlung könne
das Rückfallrisiko deutlich reduzieren. Täter müssten in der Lage sein,
zeitlebens ein Niveau der Wachsamkeit beizubehalten, um Rückfälle zu
vermindern. Andererseits mache eine mangelnde Auseinandersetzung mit dem
Delikt einen Rückfall grundsätzlich mehr als wahrscheinlich. Schuldeinsicht
und Sühnebereitschaft stellten zwar günstige Vorbedingungen für eine spätere
kriminalitätsfreie Lebensführung dar, seien aber keine notwendigen
Voraussetzungen dafür. Allerdings müsse Schuldeinsicht im nicht moralisch
verstandenen Sinne als Erkennen und Verstehen sozialer Verantwortung für
eigenes Handeln gefördert und entwickelt werden, worauf mit der
deliktsorientierten Therapie hingearbeitet werde. Wenn der Justizvollzug des
Kantons Zürich davon ausgehe, dass beim Beschwerdeführer die Bereitschaft,
das deliktische Handeln im beschriebenen Sinne therapeutisch aufzuarbeiten,
notwendige Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftaten sei, sei
dies nicht zu beanstanden. Es könne ihm somit auch in diesem Punkt keine
günstige Legalprognose gestellt werden (angefochtener Entscheid S. 14/15).

3.3.2 Der Beschwerdeführer leitet aus BGE 124 IV 193 E. 5b/ee ab, dass aus
fortdauerndem Leugnen der früheren Tat nicht auf eine schlechte Prognose zu
schliessen sei und dass eine Pflicht, sich zur begangenen Tat zu bekennen,
auch nach der Verurteilung nicht bestehe. Schuldeinsicht sei keine notwendige
Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftaten. Die Vorinstanz nehme
nun aber an, dass mit der deliktsorientierten Therapie auf die Förderung und
Entwicklung von Schuldeinsicht hingearbeitet werde, was notwendige
Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne Straftaten sei, und sie setze sich
nicht mit BGE 124 IV 193 E. 5b/ee auseinander. Auch unter diesem Aspekt
rechtfertige seine Weigerung, sich einer Therapie zu unterziehen, die Annahme
eines guten Grundes für eine negative Legalprognose nicht (Beschwerdeschrift
Ziff. 8 S. 6).

3.3.3 Zutreffend ist, dass aus fortdauerndem Leugnen der früheren Tat nicht
in jedem Fall auf eine schlechte Prognose geschlossen werden kann (BGE 124 IV
193 E. 5b/ee). Dies wird auch von der Vorinstanz anerkannt (angefochtener
Entscheid S. 15 Mitte). Der Beschwerdeführer kann jedoch aus dieser
Rechtsprechung nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zum einen ergibt sich
daraus nicht, dass Uneinsichtigkeit und Leugnen der Tat nicht gegen eine
günstige Legalprognose sprechen können. Es geht daraus einzig hervor, dass
Schuldeinsicht nicht notwendige Voraussetzung für ein künftiges Leben ohne
Straftat sein muss. Zum andern bestreitet der Beschwerdeführer seine
Täterschaft in zwei ähnlichen Fällen schwerer Sexualdelinquenz, in denen er
(auch wegen anderer Delikte) zu 3 Jahren und 4 ½ Jahren Zuchthaus verurteilt
wurde. Diese Wiederholung lässt das Bestreiten in einem negativen Licht
erscheinen und steht einer günstigen Prognose entgegen.

Wenn die Vorinstanz bei dieser Sachlage davon ausging, dass der
Beschwerdeführer sein deliktisches Handeln therapeutisch aufarbeiten müsse
und dass dies im konkreten Fall notwendige Voraussetzung für ein künftiges
Leben ohne Straftaten sei, hat sie nicht Bundesrecht verletzt (vgl. neuestens
auch Frieder Dünkel, Reformen des Sexualstrafrechts und Entwicklungen der
Sexualdelinquenz in Deutschland, in: Sexualstraftaten, Forensische
Begutachtung, Diagnostik und Therapie, herausgegeben von Detlef Schläfke,
Frank Hässler, Jörg Fegert, Stuttgart 2005, S. 20 ff.). Selbst wenn man von
der Optik des Beschwerdeführers ausginge, so müssten ihm jedenfalls die
verschiedenen heiklen Begegnungen mit betäubungsmittelabhängigen
Prostituierten Anlass genug sein, diese konfliktträchtigen Situationen
therapeutisch zu verarbeiten. Zudem war vorgesehen, das Alkoholproblem des
zweimal wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verurteilten Beschwerdeführers
aufzuarbeiten (angefochtener Entscheid S. 5 und dortige Hinweise).

3.4
3.4.1Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, bei Verweigerung der
bedingten Entlassung werde er die Strafe zu Ende verbüssen und am 15. April
2007 bedingungslos entlassen werden. Das Risiko einer möglichen Begehung von
Straftaten werde dannzumal genau dasselbe sein wie heute. Insofern werde
durch die Verweigerung der bedingten Entlassung das Problem nicht gelöst,
sondern lediglich zeitlich aufgeschoben. Die Wiedereingliederung in die
Gesellschaft werde mit dem zunehmenden Zeitablauf schwieriger, was nach
sukzessiver Einräumung von Erleichterungen rufe (Beschwerdeschrift Ziff. 10
und 11, S. 7 und 8).

3.4.2 In BGE 124 IV 193 E. 4d/bb hat das Bundesgericht auf diese Problematik
und auf die Vorteile der bedingten Entlassung hingewiesen. Es hat aber auch
ausdrücklich festgehalten, dass die bedingte Entlassung nur vorzugswürdig
sei, wenn diese Vorteile tatsächlich bestünden und ihre Wahrnehmung sinnvoll
erscheint. Gemäss den vorstehenden Erwägungen, sind die diesbezüglichen
Voraussetzungen im zu beurteilenden Fall gerade nicht gegeben (fehlende
Einsicht, fehlende Therapiebereitschaft).

3.5 Die Verweigerung der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug verstösst
somit nicht gegen Bundesrecht. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher
abzuweisen.

4.
Der Beschwerdeführer ersucht um die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege. Seine Anträge sind indessen als von Anfang an aussichtslos zu
bezeichnen, was zur Abweisung des Gesuchs führt.

5.
Entsprechend diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die
Kosten vor Bundesgericht zu überbinden (Art. 156 Abs. 1 OG). Den finanziellen
Verhältnissen des Beschwerdeführers (er befindet sich seit dem 23. August
2000 im Strafvollzug) ist mit einer reduzierten Gerichtsgebühr Rechnung zu
tragen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten
ist.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Amt für Justizvollzug des
Kantons Zürich und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4. Abteilung,
schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. Juli 2005

Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident:  Der Gerichtsschreiber: